Nach dem Sturm


20161120_154259.jpgNach dem Sturm

Maryanne Becker

Books on Demand; Auflage: 1 (23. August 2016)

144 Seiten

Bestellen bei Amazon

Rückentext

Friedenskinder, das sind die Kinder, die nach Ende des Zweiten Weltkriegs geboren wurden und in der Nachkriegszeit aufwuchsen. Die Autorin hat 13 Frauen und Männer porträtiert. Gemeinsamkeiten und Unterschiede treten zu Tage. Es wird deutlich, dass Kinder von Flüchtlingen aus den ehemaligen deutschen Ostgebieten ihre Fremdheit zu spüren bekamen und nicht selten das Gefühl von Diskriminierung hatten.

Allgemeines zum Autor

Maryanne Becker, geboren und aufgewachsen in Ostbelgien, lebt und arbeitet seit Jahrzehnten in Berlin. Neben Sach- bzw. Fachbüchern zum Thema Hörschädigung schreibt sie Romane, die in der belgisch-deutschen Grenzregion spielen und auf den Zeitraum 1914 bis 1960 fokussieren. Darüber hinaus ist sie in einigen Anthologien mit Kurzgeschichten präsent. (Quelle: Amazon.de)

Kritische Auseinandersetzung

Wie ihr vielleicht gemerkt habt, werde ich diese Rezension ein wenig abkürzen, da wir hier nicht von einem Roman sprechen, sondern von einem Buch, in dem 12 Lebensgeschichten von unterschiedlichen Menschen während der Nachkriegszeit aufgezeigt sind. Demnach ist diese Rezension ein wenig anders, als ich es sonst mache.

Auch in diesem Buch ist mir aufgefallen, wie schön und angenehm Maryanne Becker schreibt. Man ist in jeder Geschichte mittendrin, sie zieht einen mit und es wird zu keinem Zeitpunkt langweilig. Maryanne schafft es, innerhalb von ein paar Seiten eine ganze Lebensgeschichte so aufzuzeigen, dass man zumindest eine Ahnung davon hat, wie es für den jeweiligen Menschen in seiner Kindheit gewesen sein muss. Das hat mir wirklich sehr gut gefallen und allein deswegen, kann ich dieses Buch empfehlen.

Die Geschichten selbst sind sehr informativ, zwar teilweise recht kurz, aber lang genug, um einen Eindruck zu gewinnen, worum es ja letzten Endes ja auch geht. Der Leser kann spüren, dass Maryanne Becker sich intensiv mit den „Geschichtenerzählern“ auseinandergesetzt hat und es ihr wichtig war, wirklich ihre Geschichte umzusetzen und auch möglichst vielfältige Meinungen oder Erlebnisse aufzuzeigen.

An dieser Stelle möchte ich auch noch mal sagen, dass ich es sehr vorteilhaft fand, dass sowohl sechs Männer als auch sechs Frauen in diesem Buch ihre Geschichte erzählen, denn so hat man aus allen Sichten die Möglichkeit, zu erfahren, wie das Leben in der Nachkriegszeit war. Wer sich also dafür interessiert, dem kann ich dieses Buch nur ans Herz legen, denn hier ist es ganz anders, als es vielleicht in einem Roman wäre, hier bekommt der Leser zwölf wahre Kindheiten erzählt, die wirklich teilweise ans Herz gehen.

Fazit

Ganz große Leseempfehlung!

 

Die Flickschneiderin


wp-1479652920927.jpgDie Flickschneiderin

Maryanne Becker

263 Seiten

Grenz-Echo Verlag (März 2012)

Bestellen bei Amazon

Rückentext

Als jüngste von fünf Schwestern wächst die 1914 geborene Anna vaterlos in der Nähe eines deutsch-belgischen Grenzbahnhofs auf. Ihr Heimatdorf wird zum Spielball der Geschichte: Seine Bewohner werden mehrfach zwischen Deutschland und Belgien hin- und hergeschoben. Vom belgischen Nachbardorf ist es nur durch die Magistrale getrennt und eigentlich eint die gemeinsame Sprache und Kultur die Menschen der Region.
Fini, Annas Mutter, hält die Familie mit Flickarbeiten über Wasser. Sie ist die Erste im Dorf, die eine Nähmaschine erwirbt und damit ein neues Zeitalter in der Frauenheimarbeit einläutet. Anna, die von klein auf ihrer Mutter zur Hand geht, träumt davon, eine richtige Schneiderin zu werden. Sie kommt als Flickschneiderin in einen jüdischen Haushalt in der deutschen Eifel, wo sie 1934 auf ihre große Liebe, einen jungen Berliner Juden aus reichem Hause trifft. Die Liebe steht unter keinem guten Stern. Anna begreift, dass sie Angst und Ungewissheit überwinden und die Wahrheit um jeden Preis für sich behalten muss.
Eine dramatische Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des wechselvollen Schicksals Ostbelgiens und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Allgemeines zu Buch und Autor

Maryanne Becker, geboren und aufgewachsen in Ostbelgien, lebt und arbeitet seit Jahrzehnten in Berlin. Neben Sach- bzw. Fachbüchern zum Thema Hörschädigung schreibt sie Romane, die in der belgisch-deutschen Grenzregion spielen und auf den Zeitraum 1914 bis 1960 fokussieren. Darüber hinaus ist sie in einigen Anthologien mit Kurzgeschichten präsent. (Quelle: Amazon.de)

Ich möchte euch dieses Buch wirklich ans Herz legen. Es hat mir sehr gut gefallen, eine schöne Liebesgeschichte, gut eingebettet in die Zeiten des Krieges. Es war ein Einblick in diese Zeit, den ich so noch nie auf diese Weise bekommen habe. Meistens liest man ja doch aus der Sicht der direkten Opfer oder von „relativ Unbeteiligten“, doch hier haben wir eine junge Frau, die kein direktes Opfer der Nationalsozialisten ist und deren Leben doch stark von ihnen bestimmt und vor allem beeinträchtigt wird.

Kritische Auseinandersetzung        

Ich möchte hier an erster Stelle den wunderbaren Schreibstil von Maryanne hervorheben. Er liest sich so leicht und flüssig, aber ohne irgendetwas in den Hintergrund zu stellen. Man fühlt sich geschichtlich gut informiert und dennoch in die Geschichte selbst komplett eingebettet. Ich habe das Buch so gut wie in einem Rutsch durchgelesen und am Ende war ich doch etwas traurig, dass ich Anna nun erst einmal nicht weiter begleiten kann. Es reißt einen wirklich mit und es kommt kein Punkt der Langeweile auf. Die 263 Seiten sind wirklich von Anfang bis Ende spannend.

Die Geschichte selbst hat mir sehr gut gefallen. Es geht um starke Frauen zu einer Zeit, in denen immer nur von Mann als starkes Geschlecht gesprochen wurde, obwohl man durch Geschichten und auch durch dieses Buch erfährt, dass die Frauen mindestens genauso stark waren, wenn nicht sogar noch stärker, nur eben auf eine andere Art und Weise. Jede Figur ist wirklich auf ihre ganz eigene Art und Weise sympathisch, auch wenn nicht alle von Anfang an den Anschein machen. Es gibt natürlich auch die etwas „gemeineren“ Charaktere, aber nun, die gehören nun mal dazu.

Allgemein finde ich die Charaktere, besonders Anna und ihre Mutter Fini, sehr gut ausgearbeitet, sie sind authentisch und mir fiel es sehr leicht, sie mir vorzustellen. Sie machen allesamt keine leichte Zeit durch, was aber wohl für die geschichtliche Einbettung ziemlich normal ist, doch wir erfahren eben nicht nur von den großen Problemen dieser Zeit, sondern auch von den kleinen, alltäglichen Problemen mit denen sich die Menschen damals und heute beschäftigen mussten und müssen. Das hat mir wirklich am besten Gefallen, dass man an ihrem Alltag teilnimmt, und Anna sogar von der Geburt an begleitet. Es ist eben kein Roman über die großen Dinge, sondern über die großen und die kleinen Probleme in dieser Zeit.

Fazit

Wie ich eingangs schon erwähnte, kann ich dieses Buch einfach nur Jedem ans Herz legen. Ihr habt ihr einen Roman zur Zeit des Nationalsozialismus, eine Liebesgeschichte, starke Frauen und einen harten Weg, ein selbst bestimmtes Leben zu führen. Lest diesen Roman und seht selbst, wie berührend diese Geschichte ist.

Das Böse schläft nie


wp-1478377346821.jpgDas Böse schläft nie

Sandra M. Wolf

Amazon Media EU S.à r.l.

284 Seiten

Bestellen bei Amazon

Beschreibung

SIEBEN FRAUEN. SIEBEN MÖGLICHE OPFER. EIN MÖRDER, DER AUF SIE JAGD MACHT.
Johann Bauer war ein böser Mann. Alles, was seiner Mutter kurz vor seinem Tod blieb, war der Wunsch, ihr Sohn sollte einmal in seinem Leben etwas Gutes tun.. Eine Organspende erschien ihr die beste Option. Sie wusste nicht, dass sie damit das entsetzliche Tun ihres Sohnes leidvoll verlängern würde.
Ein toter und ein neu erwachter Mörder. Ein Killer, der nur ein Bedürfnis hat – seinen Hunger nach Morden zu stillen.

Allgemeines zu Buch und Autor

Wenn ihr Partner ihr beim Schreiben zusieht, wird ihm meist angst und bange. In ihrem Erstlingswerk „Das Böse schläft nie“ hat sie sich an einigen unangenehmen Zeitgenossen gerächt und es genossen, diese ungestraft auf dem Papier töten zu können.
Im wirklichen Leben würde man Sandra M. Wolf das nie zutrauen.
Als Autorin ist sie sehr versatil. Sie schreibt Jugendromane, Thriller und Gegenwartsliteratur.
Sie ist selbst eine unersättliche Leserin. Bücher waren und sind noch immer ihre größte Motivation und Quelle der Inspiration.
Zur Zeit arbeitet sie an zwei weiteren Thrillern. Eine Krimi-Reihe soll spätestens 2017 folgen.
Sandra M. Wolf lebt mit ihrer Tochter, ihrem Lebensgefährten und einem Hund in Wien und Niederösterreich. (Quelle: Amazon.de)

Grundsätzlich muss ich sagen, dass ich nicht so ganz genau weiß, was ich über dieses Buch denken soll. Es hat viele gute Aspekte, doch es gab auch Etwas, das mir nicht ganz so gut gefallen hat. Ich habe mich schon sehr gut unterhalten gefühlt, doch die Umsetzung war meiner Meinung nach nicht immer optimal.

Kritische Auseinandersetzung

Ich werde erst einmal hervorheben, was mir an diesem Buch besonders gut gefallen hat und dann auf das eingehen, was mir leider nicht so gut gefallen hat. Am besten muss ich sagen, hat mir wirklich die Idee hinter dem Buch gefallen. Ich finde den Gedanken so gruselig, dass man Organe von einem Mörder bekommt und somit durch jemanden weiterlebt, der vorher Leben genommen hat und nun Leben gibt. Ganz großes Lob an die Autorin dafür, so etwas habe ich noch nie gelesen oder gesehen (mag sein, dass es so etwas ähnliches trotzdem schon gibt) und das hat mir richtig gut gefallen. Dieses „ungute“ Gefühl, dass dem Leser allein schon durch diese Tatsache gegeben wird, da man es schon direkt a Anfang erfährt, finde ich einfach unbeschreiblich und genau so etwas macht für mich einen Thriller aus.

Was mir auch besonders gut gefallen hat, war der Schreibstil. Er war sehr leicht und flüssig zu lesen, nicht langweilig oder fade, sondern interessant und vor allem teilweise auch rasant. Ich wurde immer wieder bei der Stange gehalten und jedes Mal, wenn ich das Gefühl hatte, mir würde langweilig werden, konnte der nächste Satz mich dann doch wieder eines Besseren belehren und mich wieder zur Geschichte hinziehen.

Atmosphärisch gesehen hat mir demnach das Buch wirklich sehr gut gefallen. Auch die Charaktere fand ich unheimlich gut umgesetzt für so ein verhältnismäßig „kurzes“ Buch. Zu jedem Charakter bekommt man einen guten  Eindruck (die Eine ist sympathischer, die Andere weniger) und man leidet teilweise wirklich mit. Sie sind alle sehr authentisch und man kann sich alles sehr gut vorstellen, gleichzeitig bekommt der Leser so einen Bezug zur Geschichte.

Doch leider kommen wir hiermit auch schon zu dem Punkt, der mir leider gar nicht gefallen hat, beziehungsweise der mich einfach sehr gestört hat. Es gibt einfach zu viele Charaktere für mich, Ich bin teilweise völlig durcheinander gekommen und den Einstieg hat es auch nicht gerade erleichtert, da es immer wieder um eine andere Frau geht. Die Autorin hat es zwar ganz gut gelöst, indem jede Frau zu Beginn einzeln vorgestellt wurde, doch mir persönlich hat das einfach nicht gereicht. Ich habe mich teilweise etwas verlassen gefühlt, weil ich einfach immer wieder nachschauen musste, wer denn jetzt wieder wer war. Für mich war das einfach unheimlich schwierig und es hat meinen Lesefluss extrem beeinträchtigt, was schade war, da sowohl die Geschichte selbst als auch der Schreibstil mich eigentlich überzeugen konnten. Jemand dem so etwas nichts ausmacht, der wird diese Probleme beim Lesen natürlich nicht bekommen, aber ich bin dafür einfach nicht gemacht (ein Grund, warum ich mich so schwer mit Game of Thrones getan habe, bevor ich die Serie geschaut habe).

Ich weiß, das ist jetzt eigentlich nur ein negativer Punkt, aber dieser Punkt hat für mich einfach immer wieder meine Lesefreude unterbrochen und deswegen kann ich einfach nicht so darüber hinweg sehen. Es ist nur schade, denn ich glaube, wenn das nicht so gewesen wäre, hätte mich dieses Buch absolut überzeugt, andersherum muss ich ja auch zugeben, dass man daran eigentlich nichts ändern kann, denn sonst gehen andere gute Aspekte der Geschichte verloren.

Fazit

Unterm Strich kann ich dieses Buch durchaus weiterempfehlen, zumindest an alle, die sich nicht so leicht von zu vielen Charakteren beeinflussen und verwirren lassen und vor allen an Jene, die mal wieder einen richtig guten Thriller lesen wollen, mit einer Idee dahinter, die zumindest ich so noch nie gesehen habe.

Die Löffel-Liste


20161021_202759.jpgDie Löffel-Liste

Verschiedene Autoren

Books on Demand (16. Juli 2014)

156 Seiten

Bestellen bei Amazon

Rückentext

Haben Sie eine Löffel-Liste?

Diese Liste mit den Dingen, die man erleben möchte, bevor man „den Löffel abgibt“? Was wäre Ihr Lebenstraum?

13 Autorinnen und Autoren haben sich diese Frage gestellt und ihren Traum in einer Kurzgeschichte Realität werden lassen. Darunter sind Wünsche nach Freiheit, Veränderung, Erfüllung, Liebe, Gerechtigkeit und Abenteuer. Der Leser wird fasziniert von den wirklichkeitsnahen Emotionen, Handlungen, Beschreibungen und Dialogen.

Ob es dabei tatsächlich um persönliche Lebensträume geht oder um Fantasie, wird nicht immer verraten.

Kritische Auseinandersetzung

Manu Wirtz ist Jahrgang 1959 und gebürtige Solingerin. Nach einer Lehre absolvierte sie an der Bergischen Universität Wuppertal ein Studium zur Kommunikationsdesignerin. Seit Jahren arbeitet sie im Marketing, in der Werbung, für Buchverlage und Druckereien. Daneben ist sie Autorin von Katzenkrimis und Kurzgeschichten. Manu Wirtz lebt in der Eifel mit ihrem Ehemann und der Katze Jule. (Quelle: Amazon.de) Sie ist die Herausgeberin der „Löffel-Liste“.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, es ist sehr kurzweilig und gibt einen schönen Einblick in die Gedanken der Autoren. Insgesamt finde ich die Idee hinter der Anthologie sehr schön und es hat mich durchaus zum Nachdenken angeregt, wie meine eigenen Gefühle und Gedanken zu diesem Thema sind.

Kritische Auseinandersetzung

Jede Kurzgeschichte ist in sich abgeschlossen und meiner Meinung nach sind sie alle für sich sehr spannend und vor allem interessant. Wer beschäftigt sich schon oft damit, was er noch tun möchte, bevor er den sprichwörtlichen Löffel abgibt? Wahrscheinlich tun dass nicht allzu viele, doch schaden kann es ja eigentlich nicht. Genau darum geht es in de einzelnen Geschichten, was möchte der Autor/die Autorin in ihrem Leben noch gern machen. Dieser Hintergedanke hat mir wirklich sehr gefallen, ein Buch zu diesem Thema mit verschiedenen Autoren herauszugeben.

Die Geschichten sind nicht besonders lang, somit also durchaus auch dafür geeignet, ab und zu mal eine Geschichte zu lesen und nicht gleich alle auf einmal. Ich glaube generell, dass das nicht unbedingt eine schlechte Idee ist, denn so kann man sich mit Jeder etwas intensiver beschäftigen. Jede Einzelne schafft es, den Blick des Lesers auf sich selbst zu lenken, so dass beim Lesen wirklich diese einzelne Geschichte im Vordergrund steht. Ich habe noch nicht so viele Anthologien gelesen, doch häufig betrachte ich es zu sehr als „ein Ganzes“. Dies ist mir bei der „Löffel-Liste“ aber nicht passiert, obwohl alle das gleiche Thema haben, kann man trotzdem sehr gut differenzieren.

Worauf ihr euch auf jeden Fall gefasst machen müsst: Jede einzelne Geschichte rührt am Innersten des Lesers. Ich konnte lachen, ich konnte mich freuen, wenn es ein ähnlicher Traum wie meiner war, aber durchaus flossen auch mal ein paar Tränen. Jeder Autor für sich schreibt einfach unheimlich packend und fesselnd, eigentlich ist man traurig, dass es nicht noch mehr Erzählungen gibt, denn im Grunde könnte jeder etwas dazu beitragen. Es regt in jedem Fall dazu an, auch einmal selbst an seine Zukunft zu denken und an das, was man vielleicht noch erleben und tun möchte.

Fazit

Ich kann euch dieses Buch nur empfehlen, es eignet sich meiner Meinung nach auch schön als Geschenk, da es eben doch etwas persönlicher ist, denn man muss sich auch mit sich selbst beschäftigen. Meiner Meinung nach ist es auch für Jung und Alt geeignet, Jeder dürfte seinen Spaß und seine Freude daran haben. Wenn ihr es auch gelesen habt, dann schreibt mir doch, wie es euch gefallen hat 🙂 .

 

Kalt gestellt


20161004_171847.jpgKalt gestellt

Royce Scott Buckingham

Blanvalet Taschenbuch Verlag (19. September 2016)

448 Seiten

Bestellen bei Amazon

Rückentext

Als Staatsanwalt Stu Stark den wichtigsten Fall seiner Karriere verliert, wird er fristlos entlassen. Um sein angeschlagenes Ego aufzupolieren, lässt er sich auf einen Trip durch Alaskas Wildnis ein. Was wie ein Abenteuer beginnt, entwickelt sich schnell zum Albtraum – denn nach einer Woche wird er nicht am vereinbarten Treffpunkt abgeholt. Man hat ihn im eisigen Polarklima zurückgelassen, wo ihm schon bald der Tod droht. Seine einzige Rettung ist ein alter Jäger, der ihn über den Winter bei sich aufnimmt. Für den ehemaligen Anwalt beginnt ein beinhartes Überlebenstraining, das er nutzen will, um sich an denjenigen zu rächen, die ihn verraten haben …

Allgemeines zu Buch und Autor

Royce Buckingham, geboren 1966, begann während seines Jurastudiums an der University of Oregon mit dem Verfassen von Fantasy-Kurzgeschichten. Sein erster Roman Dämliche Dämonen begeisterte weltweit unzählige Leser und war insbesondere in Deutschland ein riesiger Erfolg. Gemeinsam mit seiner Frau und seinen beiden Söhnen lebt Royce Buckingham in Bellingham, Washington. Kaltgestellt ist sein erster Roman für Erwachsene. (Quelle: Amazon.de)

Gleich zu Anfang muss ich sagen, als Thriller hat mir dieses Buch nicht wirklich gefallen. Es gab für mich einfach kaum richtige Spannung und das Ende hätte ich schon nach 50 Seiten voraussagen können. Dennoch hat dieses Buch durchaus seine Vorzüge und dazu werde ich euch jetzt natürlich noch etwas ausführlicher Auskunft geben 🙂 .

Kritische Auseinandersetzung

An diesem Buch besonders hervorheben möchte ich den Schreibstil des Autors. Trotz das kaum Spannung auf kam konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, da mir seine Schreibweise einfach so gut gefallen hat. Er schafft es, Spannung durch Worte aufzubauen, also es war quasi spannend, wie er alles beschrieben hat und wie die Konversationen geschrieben waren, obwohl eigentlich kaum „Thriller-Handlung“ da war. Ich hoffe ihr versteht, was ich meine 😀 . Es hat einfach Spaß gemacht, zu lesen, ohne dass wahnsinnige Sachen passiert wären.

Auch der Protagonist Stu hat mir sehr gut gefallen. Er war sehr sympathisch dargestellt, wenn vielleicht auch etwas engstirnig, doch macht er im Buch eine große Entwicklung mit und auch diese ist sehr toll aufgezeichnet. Man ist quasi live dabei, wie ein Bürohengst zum „richtigen“ Mann wird. Stu hat einen gutes Herz, ein zu gutes, wie ihr im Laufe der Geschichte feststellen werdet, doch durch seine Entwicklung kann er einiges Aufdecken und ich finde, er geht mit seinem Schicksal sehr gut um, aber das werdet ihr beim Lesen selbst feststellen. Auch seine Frau ist eine Protagonistin, die sehr gut dargestellt ist, doch leider ist sie alles andere als sympathisch, geht aber durch den Verlauf der Geschichte auch gar nicht anders.

Zur Geschichte an sich kann ich nur sagen, sie ist nicht wirklich spannend, zumindest nicht so, wie ich mir einen Thriller vorstelle, dennoch ist es toll geschrieben und obwohl ich schon so früh hätte sagen können, wie es ausgeht, habe ich doch immer erwartet, dass der Autor mich nur hinters Licht führen will. Das hat dann trotzdem irgendwie für Spannung gesorgt, doch leider hat er es nicht getan. In diesem Fall hätte ich mich tatsächlich gern mal veräppeln lassen.

Fazit

Ich kann dieses Buch weder nicht empfehlen, noch sehr empfehlen, es war ganz gewiss kein schlechtes Buch, nur eben kein Thriller, wenn schon eher ein Abenteuerroman/Roman. Dennoch bin ich froh, es gelesen zu haben, da es mich auf andere Art und Weise gut unterhalten hat und das ist ja auch nicht schlecht. Man kann sagen, wer ein toll geschriebenes Buch mit einem guten Protagonisten und einer soliden Geschichte lesen möchte, der kann hier zugreifen, wer aber einen richtigen Thriller lesen möchte, sollte es lieber lassen.

Miss you


wp-1474363835089.jpegMiss you

Kate Eberlen

Diana Verlag (29. August 2016)

576 Seiten

Bestellen bei Amazon

Rückentext

Eine Sekunde lang treffen sich ihre Blicke, doch bevor sie sich anlächeln oder ein paar Worte wechseln können, ist der Moment schon wieder vorbei. Von da an beginnt für Tess und Gus eine Reise, die sich Leben nennt. Große und kleine Augenblicke warten auf sie, Kummer und Freude. Doch beide ahnen, dass sie Wege gehen, die nicht glücklich machen. Weil ihnen das Entscheidende fehlt. Was sie nicht wissen: Tess und Gus sind perfekt füreinander, und obwohl sie sich längst begegnet sind, haben sie es nicht bemerkt. Wann ist der alles entscheidende Moment für die große Liebe endlich da?

Allgemeines zu Buch und Autor

Kate Eberlen wuchs in einer Kleinstadt in der Nähe von London auf und verbrachte ihre Kindheit damit, zu lesen und sich in fremde Welten zu träumen. Nach ihrem Studium der klassischen Philologie hatte sie mehrere Jobs in der Verlags- und Medienbranche. Heute lehrt sie Englisch als Fremdsprache und verbringt so viel Zeit wie möglich in ihrem Sehnsuchtsland Italien. Kate Eberlen ist verheiratet und hat einen Sohn. (Quelle: Randomhouse)

Von vornherein: Dieses Buch hat mir unglaublich gut gefallen. Es war überhaupt keine klassische Liebesgeschichte, sondern einfach etwas ganz Anderes. Der Weg zweier Menschen, die viele schicksalhafte Schläge in ihrem Leben hinnehmen mussten, sich verliebten, Familien gründeten und doch immer auf der Suche nach der einen Sache waren, die ihnen fehlte. Einfach großartig.

Kritische Auseinandersetzung

Die Charaktere sind wunderbar gestaltet, sowohl Tess als auch Gus waren mir von Anfang an sehr sympathisch und ich konnte sehr gut mit ihnen mitfühlen. Sie sind sehr detailgenau beschrieben und man kann im Laufe des Buches an ihrem Entwicklungsprozess teilhaben. Sie machen immer mehr Erfahrungen, erleben Niederlagen aber natürlich auch Positives, es ist, als ob man am Leben zweier anderer Menschen teilhaben könnte. Auch die Nebencharaktere sind sehr gut dargestellt, der Eine etwas sympathischer, der Andere etwas weniger, doch man kann sich alle wunderbar vorstellen und sie passen einfach zur Geschichte. Ihr werdet beim Lesen merken, dass sie alle mitten aus dem Leben gegriffen sind und eine solche Geschichte genauso im echten Leben stattfinden könnte.

Hier kommen wir schon zum Besten teil des Buches, das Konzept der Geschichte, des Romans. Immer wieder treffen sich Tess und Gus und immer wieder fiebert der Leser daraufhin, dass sie sich doch endlich begegnen mögen und sich kennen lernen, doch meistens sind es nur flüchtige Augenblicke oder sie sind nur in der Nähe des jeweils Anderen. Das schraubt die Spannung natürlich sehr hoch, weil man einfach wissen möchte, wann es denn endlich soweit ist und ich kann euch nur warnen: Man braucht schon etwas Geduld. Doch gerade das macht den Charme des Buches aus, denn mal ehrlich, es ist schon sehr selten, dass man seinen ersten Partner direkt heiratet. Es wirklich so, dass viele Dinge passieren, die uns prägen, die uns zu dem machen, was wir dann irgendwann mal sind. Und wir treffen Leute öfter in unserem Leben, aber das ist kein Garant dafür, dass man sich direkt ineinander verliebt, dass kann auch zwanzig Jahre später erst so sein.

Für mich macht das diese Geschichte aus, diese Ehrlichkeit und das „Nah am Leben“ sein. Es ist nicht immer alles perfekt, Menschen sterben, Menschen gehen, unsere Berufe gefallen uns nicht. Und immer wieder sind wir auf der Suche, nach etwas Mehr, nach etwas Höherem und oft dauert es Jahre, bis wir es finden. Das finde ich einfach großartig, dass Kate Eberlen sich getraut hat, in einer Zeit, in der Liebesromane eigentlich so aussehen, dass sich ein armes Mädchen in einen reichen bösen Jungen verliebt, eine Geschichte zu schreiben, die ganz und gar nicht so ist. Die einfach anders ist und alleine deswegen schon so besonders. Vor allem gibt es keine tausend Sexszenen, denn davon bin ich ja kein großer Fan.

Eberlens Schreibstil ist meiner Meinung nach sehr gut zu lesen, schön ist auch, dass er ein ganz kleines bisschen variiert, je nach dem, aus wessen Sicht gerade geschrieben wird. Und dadurch, dass man wartet, was passiert, bleibt man 576 Seiten am Ball und will diese Seiten so schnell wie möglich lesen, um herauszufinden, wie oft sie sich noch verpassen werden.

Fazit

Dieses Buch hat bei mir wirklich einen bleibenden Eindruck hinterlassen und ich kann es euch nur ans Herz legen. Lasst euch nicht von den vielen Seiten abschrecken, es lohnt sich wirklich und es durchaus auch etwas für Leute, die ni9cht so auf „Kitschliebe“ stehen. Traut euch 🙂 .

Die Lügen der Anderen


img_20160813_161438.jpgDie Lügen der Anderen

Mark Billingham

Heyne Verlag (8. Februar 2016)

416 Seiten

Bestellen bei Amazon

Rückentext

In einem Hotel in Florida treffen zufällig drei Pärchen aus England aufeinander. Sie freunden sich an; es scheint der perfekte Urlaub zu sein. Doch in der letzten Nacht vor der gemeinsamen Abreise verschwindet ein Mädchen aus dem Hotel, das später tot aufgefunden wird. Zurück in England laden sich die drei Paare reihum nach Hause ein. So kommt es zu drei Begegnungen, die zunehmend geprägt sind von Merkwürdigkeiten, Misstrauen und dem beklemmenden Verdacht, dass hinter der Fassade des jeweils anderen nichts ist, wie es scheint. Je mehr sich die neuen Freunde voneinander erzählen, desto unheimlicher werden sie sich.

Allgemeines zu Buch und Autor

Mark Billingham, geboren in Birmingham, ist als Autor von Drehbüchern und TV-Serien äußerst erfolgreich und wurde bereits mit dem „Royal Television Award“ ausgezeichnet. Die Krimi-Serie um den eigenwilligen Detective Inspector Tom Thorne ist international ein großer Erfolg. Neben dem BCA-Award, dem Theakston’s Award für den besten Krimi des Jahres und Nominierungen für den Gold Dagger wurde die Serie um Tom Thorne mit dem Sherlock Award für die beste Detektivfigur im britischen Kriminalroman ausgezeichnet. Sie wird außerdem derzeit von der BBC für das englische Fernsehen verfilmt. Mark Billingham lebt mit seiner Frau und seinen zwei Kindern in London. (Quelle: Amazon.de)

Ich muss leider sagen, dass mir dieses Buch nicht besonders gefallen hat. Nach „Zeit zum Sterben“ hatte ich mich so auf ein weiteres Buch von Mark Billingham gefreut, aber bin doch etwas enttäuscht. Das es anders ist, das war mir klar, aber es war so verwirrend und die Charaktere waren mir ehrlich gesagt alle sehr unsympathisch.

Kritische Auseinandersetzung

Also zunächst zu den Charakteren: Es gibt sechs Hauptcharaktere, drei Männer und drei Frauen. Sie haben auch jeden Fall alle unterschiedliche Persönlichkeiten und ich finde, dass der Autor sie wirklich gut dargestellt hat und niemand aus „seiner Rolle“ gefallen ist. Doch leider hat mir niemand von ihnen zugesagt, ich fand sie alle sehr unsympathisch und ich konnte mich auch mit niemandem identifizieren. Die Einzige, die ich zumindest ein kleines bisschen nett fand, war Angie, doch auch sie ist etwas komisch. Ich kann es nicht so richtig beschreiben, alle Charaktere hatten einen faden Beigeschmack, aber das kann mir durchaus auch nur so vorgekommen sein, weil man ja eben nicht weiß, wer eigentlich lügt. Ich werde das Buch vielleicht noch einmal lesen, um das herauszufinden.

Auch der Schreibstil hat mir bei diesem Buch eher weniger zugesagt. Es war recht mühsam, obwohl keine hochgestochene Sprache verwendet wurde, doch ich habe ewig für ein Kapitel gebraucht, vermutlich auch, weil ich es sehr langatmig gefunden habe. Obwohl ich wissen wollte, was passiert war und wer dafür verantwortlich war, hat es einfach unheimlich lange gedauert, bis der Autor mal auf den Punkt kam. Ich hatte das Gefühl, was sehr viel Drumherum erzählt wurde, einiges auch, was meiner Meinung nach nichts mit dem eigentlichen Thema zu tun hatte. Es ist schade, aber ich hatte irgendwie etwas anderes erwartet.

Es gibt auch etwas, dass mir sehr gut gefallen hat und zwar die Dialoge. Ich konnte auch ohne Angabe, wer denn da gerade spricht, immer verfolgen, wer es denn gesagt hat, da die Charaktere von Anfang bis Ende absolut authentisch umgesetzt wurden. Durch die Dialoge hatte man das Gefühl, den Tisch, an dem die Charaktere saßen, beobachten zu können, als sein man dabei. Außerdem finde ich es sehr gut, dass hier die kleinen Abgründe des Alltags sehr schön dargestellt werden, zum Beispiel treffen sich zwei der Frauen heimlich, weil sie die dritte Frau nicht einladen wollen. Meiner Meinung nach etwas, dass sicher dauernd vorkommt.

Fazit

Mich konnte dieses Buch leider gar nicht überzeugen und ich kann es daher auch nicht unbedingt weiter empfehlen. Ich werde mir jetzt einfach noch mal ein anderes Buch von Mark Billingham kaufen, denn ich wollte ja eigentlich wieder so was Tolles von ihm lesen. Wenn ihr das Buch gelesen habt, dann schreibt doch malm, wie es euch gefallen hat. Vielleicht ist es ja nur meine persönliche Wahrnehmung.

 

Interview mit einem Mörder


img_20160813_161447.jpgInterview mit einem Mörder

Bernhard Aichner

Haymon Verlag (20. Juli 2016)

288 Seiten

Bestellen bei Amazon

Beschreibung

Dramatische Szenen bei der Eröffnung des neuen Würstelstandes von Ex-Fußballstar Johann Baroni: Mitten in dem fröhlichen Geschehen fällt ein Schuss – und Baroni sinkt zu Boden. Totengräber Max Broll ist verzweifelt: Sein bester Freund darf nicht sterben!
Als er wieder zur Besinnung kommt, erinnert sich Max: Er hat den Schützen gesehen. Doch der vermeintliche Täter entpuppt sich als harmloser Tourist. Es gibt kein Motiv, keine Tatwaffe, keine weiteren Zeugen – niemand schenkt Max Glauben. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Sache selbst in die Hand zu nehmen und sich an die Fersen des Mannes zu heften.
Und tatsächlich sitzt er dem Mörder bald Auge in Auge gegenüber – doch der ist klug, nichts kann seine Schuld beweisen. Max folgt ihm in einer atemlos spannenden Verfolgungsjagd, die ihn bis auf ein Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer bringt. Er ist überzeugt: Nur er kann den Verrückten zur Strecke bringen, um weitere Gräueltaten zu verhindern …

Allgemeines zu Buch und Autor

Bernhard Aichner (geb. 1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck/Österreich. Aichner schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. Nach den Spannungsromanen Nur Blau (2006) und Schnee kommt (2009) erschienen bei Haymon die Max-Broll-Krimis Die Schöne und der Tod (2010), Für immer tot (2011) und Leichenspiele (2012). (Quelle: Amazon.de)
Zunächst muss ich sagen, dass dies mein erstes Buch von Bernhard Aichner war, aber ganz sicher nicht mein Letztes. Ich hatte schon einiges über ihn von anderen Bloggern gelesen, umso größer war die Freude, als der Haymon Verlag mich fragte, ob ich Interesse an einem Rezensionsexemplar hätte. Doch das es so gut werden würde, konnte ich zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht wissen. Was mich so begeistert hat, erfahrt ihr nun im Folgenden.
Kritische Auseinandersetzung
Das Beste an diesem Buch waren meiner Meinung nach diese unglaublichen Dialoge. War deren Aufbau für mich anfangs noch etwas neu, verwirrend und auch fremd, so konnte ich mich doch sehr schnell hineinfinden und auch gut mit kommen. Doch nicht nur der Aufbau war ganz anders, vor allem der Inhalt der Dialoge ist einfach unfassbar. Sie sind auf der einen Seite fast schon subtil, doch es steckt so viel mehr dahinter, wenn man zwischen den Zeilen liest und vor allem genau aufpasst. Viele Abschnitte habe ich einfach aus Spaß mehrmals gelesen, weil ich einfach so begeistert war, wie der Autor die Figuren zum Leben erweckt und vor allem, mit welch einfachen Mitteln er einen so großen Effekt erzielt. Da ich noch kein anderes Buch von ihm gelesen habe, bin ich sehr neugierig, ob es in allen Büchern so gehandhabt wird, denn das war einfach nur großartig. Irgendwo fehlen mir die Worte, um euch das begreiflich zu machen, aber ich denke, wenn ihr den Autor schon kennt und er es immer so macht, dann wisst ihr, was ich meine.
Wenn die Dialoge so gut sind, dann müssen es natürlich auch die Figuren sein und ja, das sind sie. Max Boll ist natürlich allen voran, er ist sehr sympathisch, wenn vielleicht auch etwas skurril, aber gerade das hat mir an ihm sehr gut gefallen. Er ist so ganz anders, als man sich einen Protagonisten vorstellt würde, doch ich mag es, wie intelligent er ist, wie lebensklug und dabei doch auch etwas tollpatschig (ich weiß nicht, wie ich es sonst nennen soll) und auf jeden Fall liebenswert. Doch auch sein Gegenspieler hat mir unheimlich gut gefallen. Er besticht vor allem durch seine kluge Ausdrucksweise und auch wenn er natürlich „der Böse“ ist, kann man als Leser nicht umhin, ihn auf seine eigene Weise auch gut zu finden. Ein wenig hat er mich an Hannibal Lecter erinnert und da ich auch ein großer Fan von ihm bin (keine Ahnung, was das über mich aussagt 😀 ), konnte er mich natürlich auch begeistern.
Zur Geschichte möchte ich euch natürlich nichts verraten, nur so viel, das Konzept hat mir ebenfalls sehr gut gefallen und lebt natürlich von Max Bolls Art, denn sonst wäre er nicht auf die Idee gekommen, dem vermeintlichen Mörder seines Freundes zu folgen. Es macht auf jeden Fall unheimlich Spaß, dieses Buch zu lesen, wenn man über die Hürden des anfangs hinweg ist, wird man völlig mitgerissen und es ist schwer aufzuhören, bevor man weiß, was passiert ist und ob Max sein Vorhaben gelingt.
Fazit
Ich kann dieses Buch absolut und uneingeschränkt empfehlen, an alle, die gern Krimis lesen, aber auch an jede, die gern gut gemachte Charaktere in ihren Büchern finden wollen und sich von tollen Konversationen zwischen Bücherfiguren begeistern lassen wollen.

Bluescreen oder Schlips und Vorurteil


img_20160827_171619_461.jpgBluescreen oder Schlips und Vorurteil

J. K. Hilgenberg

Books on Demand; Auflage: 2 (7. Juli 2016)

348 Seiten

Bestellen auf Amazon

Rückentext

Das Fernsehen ist eine Errungenschaft unserer Zeit, um die uns Jane Austen womöglich beneidet hätte. Doch ein Blick hinter die Mattscheibe offenbart Erstaunliches:
Die selbstbewusste junge Technikerin Elizabeth Bennet und der ebenso mürrische wie überhebliche Moderator Will Darcy haben mit ihren gut zweihundert Jahre alten Pendants nicht nur die Namen gemein. Wenn sie im Studio aufeinandertreffen, fliegen die Fetzen, und schon bald stehen die Vorurteile und die Missverständnisse denen aus dem frühen 19. Jahrhundert in nichts mehr nach.
Ein modernes Stolz & Vorurteil unter der Regie des ganz alltäglichen Wahnsinns voller Irrungen und Wirrungen!

Allgemeines zu Buch und Autor

J. K. Hilgenberg durchstreift seit 2007 die deutsche Medienlandschaft, immer mit einem Blick auf die Geschichten, die das Leben tagtäglich hinter den Kameras schreibt. „Bluescreen“ ist ihre erste Veröffentlichung. Hilgenberg lebt und arbeitet in München. (Quelle: Amazon.de)

Ich möchte mich zunächst einmal ganz herzlich bei der Autorin bedanken, dafür, dass ich dieses Buch als Rezensionsexemplar erhalten habe, vor allem aber auch für die tolle Zusammenarbeit. Sie ist wirklich sehr nett und hat mir bei Fragen immer geholfen 🙂 .

Nun zum Buch, dieses hat mir wirklich sehr gut gefallen. Ich hatte zwar kurz bevor ich es gelesen habe dann doch noch ein bisschen Angst, es zu lesen, aber diese war völlig unbegründet und ich kann nun sagen, dass ich mich sehr gut unterhalten gefühlt habe, und zwar durchaus auch, weil ich das Original dazu kannte.

Kritische Auseinandersetzung

Die grundsätzliche Geschichte kannte ich natürlich schon aus dem Original von Janeimg_20160827_171223_714.jpg Austen und ich hatte auch genau dies erwartet, dennoch schaffte es die Autorin, zu überraschen. Was mir besonders gut gefallen hat, war, dass die Autorin es so toll geschafft hat, diese alte und schon so oft erzählte Liebesgeschichte in unsere heutige Zeit einzufügen, aber so glaubhaft, als sei es eine eigene Geschichte. Es lohnt sich definitiv, dieses Buch zu lesen, vor allem auch, wenn man das Original schon gelesen hat, denn dadurch macht es einfach sehr viel Spaß, die Charaktere in „unserer Welt“ zu erleben.

Die Charaktere sind sehr gut umgesetzt, vor allem Elizabeth, ich denke, wenn sie tatsächlich zu dieser Zeit gelebt hätte, wäre sie vermutlich genau so gewesen. Vielleicht hätte sie sogar zu dieser Zeit besser gepasst, da Elizabeth ja auch schon im Original eine sehr moderne und fortschrittliche Frau ist. Hier denke ich, wird es auch für die Autorin einige Schwierigkeiten gegeben haben, da das Frauenbild zur damaligen Zeit ja noch ein völlig anderes ist, aber ich bin begeistert, wie sie es gelöst und umgesetzt hat. Mit Will Darcy hatte ich anfangs meine Probleme, ich fand ihn erst nicht ganz so gut umgesetzt, im Laufe des Buches wurde mir aber klar, dass er nur so hätte sein können und kann auch hier sagen, dass er mir gut gefallen hat 🙂 . Auch die anderen altbekannten Charaktere erkennt man allesamt wieder und auch diese sind sehr schön in die heutige Zeit übertragen worden. Vor allem Mrs. Bennet und Charles Bingley haben mir unglaublich gut gefallen, obwohl sie beide meiner Meinung nach am meisten von Original abweichen.

Der Schreibstil ist natürlich ganz anders als bei Jane Austen, ich finde aber, dass man das Buch sehr leicht und gut lesen kann, man ist von Anfang an in der Geschichte drin und auch hier denke ich, wenn man das Original kennt, will man von sich heraus schon wissen, wie die Autorin das ganze umgesetzt hat. Mir persönlich hat es auf jeden Fall sehr viel Spaß gemacht und ich glaube, ich werde dieses Buch auch noch einmal lesen, einfach, weil es für mich eine der besten „Wiederbelebungen“ dieses Romans ist, die ich schon so oft gelesen habe. Es war das erste Mal, dass ich das Gefühl hatte, das jemand nicht nur auf der Erfolgswelle von Jane Austen weiterreiten wollte, sondern sich jemand wirklich Gedanken gemacht hat und etwas ganz eigenes erschaffen hat.

Fazit

Ich möchte euch allen dieses Buch weiterempfehlen, vor allem denjenigen, die auch das Original kennen. Habt keine Angst, versucht es, es ist wirklich toll! Und alle, die „Stolz und Vorurteil“ noch nicht gelesen haben, aber romantische Liebeskomödien mögen, die aber nicht kitschig sind, denen kann ich dieses Buch auch uneingeschränkt empfehlen. Ich bin wirklich begeistert!

Die Herren der grünen Insel


img_20160813_161410.jpgDie Herren der grünen Insel

Kiera Brennan

Blanvalet Verlag (15. Februar 2016)

960 Seiten

Bestellen bei Amazon

Rückentext

Vier Familien, sechs Jahre Krieg und eine einzige Krone

Irland 1166: Die Grüne Insel ist in viele kleine Reiche zersplittert, die sich unerbittlich bekriegen. Könige fechten langjährige Fehden aus, und selbst die friedliebendsten Untertanen werden in den blutigen Machtkampf hineingezogen. Zugleich droht ein gemeinsamer Feind in Irland einzufallen: Henry Plantagenet will die Insel an sich reißen. Werden sich die Herren der Grünen Insel vereinen und sich gegen den König von England stellen? Und welche Rolle spielen der grausame Krieger Ascall und die von ihm entführte Caitlín in diesem Kampf um Macht und Blut?

Allgemeines zu Buch und Autor

Kiera Brennan ist das Pseudonym einer erfolgreichen Bestsellerautorin, deren Romane bei zahlreichen deutschen Verlagen erschienen sind. Ihr Historienepos Die Herren der Grünen Insel spielt im Irland des Hochmittelalters – eine Epoche, die Brennan seit jeher fesselt. Während langer Irlandaufenthalte hat sie an Originalschauplätzen recherchiert und sich von der wildromantischen Landschaft der Insel inspirieren lassen. (Quelle: Amazon.de)

Ich muss ehrlich zugeben, ich schiebe diese Rezension jetzt schon Ewigkeiten vor mir her, denn leider hat mir dieses Buch überhaupt nicht gefallen und ich habe mich nur durchgequält. Bis ca. zur Hälfte habe ich irgendwie durchgehalten und danach habe ich wirklich mehr oder weniger nur noch überflogen, denn mich konnte dieses Buch überhaupt nicht packen. Das tut mir schrecklich leid, denn ich bin sicher, in diesem Buch steckt jede Menge Arbeit, aber es kann ja auch nicht jeden Geschmack treffen.

Kritische Auseinandersetzung

Ich möchte mit dem positiven anfangen: Dieses Buch ist sehr gut recherchiert, geschichtlich finde ich es toll wiedergegeben und auch die Landschaft wird sehr schön beschrieben, so dass man sich alles sehr gut vorstellen kann. Man hat schon ein wenig das Gefühl, auf der grünen Insel zu stehen und die Hügel und das saftige Gras sehen zu können und das war auch einer der Gründe, warum ich dem Buch so lange eine Chance gegeben habe.

Die Geschichte selbst hat mir dann aber leider schon überhaupt nicht gefallen, wenn ich ehrlich bin, hatte ich oft das Gefühl, gar nicht zu verstehen, worum es überhaupt geht und was eigentlich der Sinn und Zweck des ganzen ist. Es gab immer wieder Sprünge und dann ging es um eine Sache und dann plötzlich schon wieder um etwas anderes, obwohl ich selbst die erste Sache noch gar nicht abgeschlossen hatte. Ich bin ständig durcheinander gekommen und musste jedes Mal überlegen, wo ich denn jetzt genau war, wenn ich das Buch wieder aufgenommen habe.

Die Charaktere sind auch so eine Sache, ich konnte mich auf sie einfach nicht einlassen. Ich musste andauernd nachschauen, wer denn jetzt wieder wer war und wer zu wem gehörte. Bei „Game of Thrones“ ist das zwar auch anfangs schwierig, doch irgendwann wurde es besser, bei „Die Herren der grünen Insel“ konnte ich da aber überhaupt keine Verbesserung sehen. Und ich finde, mit fast 500 Seiten habe ich dem Buch schon genug Chance gegeben, mich vielleicht doch noch zu überzeugen, doch irgendwann kam einfach der Punkt, wo ich wusste, dass ich nur meine Zeit verschwende.

Der Schreibstil im allgemeinen hat mir leider auch nicht zugesagt, ich fand es doch sehr langatmig und anstrengend, es hat mich überhaupt nicht motiviert, weiter zu lesen. Ich lese natürlich jetzt auch nicht so oft Fantasy oder historische Romane, vielleicht lag es ja daran, oder es ist eben einfach kein Buch für mich. Ich will da gar nicht der Autorin die Schuld geben, ich denke, es gibt auch jede Menge Leser, die absolut begeistert sein werden, doch ich gehöre leider nicht dazu.

Fazit

Ich kann dieses Buch leider nicht weiterempfehlen, es würde sich also vielleicht anbieten, noch einmal ein paar andere Rezensionen zu lesen und ansonsten einfach sein Glück zu versuchen. Wer gern so etwas liest und auch nicht mit zu vielen Personen überfordert ist, für den könnte dieses Buch natürlich etwas sein und besonders der Schreibstil ist ja doch immer subjektiv.