Die Flickschneiderin

wp-1479652920927.jpgDie Flickschneiderin

Maryanne Becker

263 Seiten

Grenz-Echo Verlag (März 2012)

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Rückentext

Als jüngste von fünf Schwestern wächst die 1914 geborene Anna vaterlos in der Nähe eines deutsch-belgischen Grenzbahnhofs auf. Ihr Heimatdorf wird zum Spielball der Geschichte: Seine Bewohner werden mehrfach zwischen Deutschland und Belgien hin- und hergeschoben. Vom belgischen Nachbardorf ist es nur durch die Magistrale getrennt und eigentlich eint die gemeinsame Sprache und Kultur die Menschen der Region.
Fini, Annas Mutter, hält die Familie mit Flickarbeiten über Wasser. Sie ist die Erste im Dorf, die eine Nähmaschine erwirbt und damit ein neues Zeitalter in der Frauenheimarbeit einläutet. Anna, die von klein auf ihrer Mutter zur Hand geht, träumt davon, eine richtige Schneiderin zu werden. Sie kommt als Flickschneiderin in einen jüdischen Haushalt in der deutschen Eifel, wo sie 1934 auf ihre große Liebe, einen jungen Berliner Juden aus reichem Hause trifft. Die Liebe steht unter keinem guten Stern. Anna begreift, dass sie Angst und Ungewissheit überwinden und die Wahrheit um jeden Preis für sich behalten muss.
Eine dramatische Liebesgeschichte vor dem Hintergrund des wechselvollen Schicksals Ostbelgiens und der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft.

Allgemeines zu Buch und Autor

Maryanne Becker, geboren und aufgewachsen in Ostbelgien, lebt und arbeitet seit Jahrzehnten in Berlin. Neben Sach- bzw. Fachbüchern zum Thema Hörschädigung schreibt sie Romane, die in der belgisch-deutschen Grenzregion spielen und auf den Zeitraum 1914 bis 1960 fokussieren. Darüber hinaus ist sie in einigen Anthologien mit Kurzgeschichten präsent. (Quelle: Amazon.de)

Ich möchte euch dieses Buch wirklich ans Herz legen. Es hat mir sehr gut gefallen, eine schöne Liebesgeschichte, gut eingebettet in die Zeiten des Krieges. Es war ein Einblick in diese Zeit, den ich so noch nie auf diese Weise bekommen habe. Meistens liest man ja doch aus der Sicht der direkten Opfer oder von „relativ Unbeteiligten“, doch hier haben wir eine junge Frau, die kein direktes Opfer der Nationalsozialisten ist und deren Leben doch stark von ihnen bestimmt und vor allem beeinträchtigt wird.

Kritische Auseinandersetzung        

Ich möchte hier an erster Stelle den wunderbaren Schreibstil von Maryanne hervorheben. Er liest sich so leicht und flüssig, aber ohne irgendetwas in den Hintergrund zu stellen. Man fühlt sich geschichtlich gut informiert und dennoch in die Geschichte selbst komplett eingebettet. Ich habe das Buch so gut wie in einem Rutsch durchgelesen und am Ende war ich doch etwas traurig, dass ich Anna nun erst einmal nicht weiter begleiten kann. Es reißt einen wirklich mit und es kommt kein Punkt der Langeweile auf. Die 263 Seiten sind wirklich von Anfang bis Ende spannend.

Die Geschichte selbst hat mir sehr gut gefallen. Es geht um starke Frauen zu einer Zeit, in denen immer nur von Mann als starkes Geschlecht gesprochen wurde, obwohl man durch Geschichten und auch durch dieses Buch erfährt, dass die Frauen mindestens genauso stark waren, wenn nicht sogar noch stärker, nur eben auf eine andere Art und Weise. Jede Figur ist wirklich auf ihre ganz eigene Art und Weise sympathisch, auch wenn nicht alle von Anfang an den Anschein machen. Es gibt natürlich auch die etwas „gemeineren“ Charaktere, aber nun, die gehören nun mal dazu.

Allgemein finde ich die Charaktere, besonders Anna und ihre Mutter Fini, sehr gut ausgearbeitet, sie sind authentisch und mir fiel es sehr leicht, sie mir vorzustellen. Sie machen allesamt keine leichte Zeit durch, was aber wohl für die geschichtliche Einbettung ziemlich normal ist, doch wir erfahren eben nicht nur von den großen Problemen dieser Zeit, sondern auch von den kleinen, alltäglichen Problemen mit denen sich die Menschen damals und heute beschäftigen mussten und müssen. Das hat mir wirklich am besten Gefallen, dass man an ihrem Alltag teilnimmt, und Anna sogar von der Geburt an begleitet. Es ist eben kein Roman über die großen Dinge, sondern über die großen und die kleinen Probleme in dieser Zeit.

Fazit

Wie ich eingangs schon erwähnte, kann ich dieses Buch einfach nur Jedem ans Herz legen. Ihr habt ihr einen Roman zur Zeit des Nationalsozialismus, eine Liebesgeschichte, starke Frauen und einen harten Weg, ein selbst bestimmtes Leben zu führen. Lest diesen Roman und seht selbst, wie berührend diese Geschichte ist.

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