Interview mit einem Mörder

img_20160813_161447.jpgInterview mit einem Mörder

Bernhard Aichner

Haymon Verlag (20. Juli 2016)

288 Seiten

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Beschreibung

Dramatische Szenen bei der Eröffnung des neuen Würstelstandes von Ex-Fußballstar Johann Baroni: Mitten in dem fröhlichen Geschehen fällt ein Schuss – und Baroni sinkt zu Boden. Totengräber Max Broll ist verzweifelt: Sein bester Freund darf nicht sterben!
Als er wieder zur Besinnung kommt, erinnert sich Max: Er hat den Schützen gesehen. Doch der vermeintliche Täter entpuppt sich als harmloser Tourist. Es gibt kein Motiv, keine Tatwaffe, keine weiteren Zeugen – niemand schenkt Max Glauben. Es bleibt ihm nichts anderes übrig, als die Sache selbst in die Hand zu nehmen und sich an die Fersen des Mannes zu heften.
Und tatsächlich sitzt er dem Mörder bald Auge in Auge gegenüber – doch der ist klug, nichts kann seine Schuld beweisen. Max folgt ihm in einer atemlos spannenden Verfolgungsjagd, die ihn bis auf ein Kreuzfahrtschiff im Mittelmeer bringt. Er ist überzeugt: Nur er kann den Verrückten zur Strecke bringen, um weitere Gräueltaten zu verhindern …

Allgemeines zu Buch und Autor

Bernhard Aichner (geb. 1972) lebt als Schriftsteller und Fotograf in Innsbruck/Österreich. Aichner schreibt Romane, Hörspiele und Theaterstücke. Für seine Arbeit wurde er mit mehreren Literaturpreisen und Stipendien ausgezeichnet. Nach den Spannungsromanen Nur Blau (2006) und Schnee kommt (2009) erschienen bei Haymon die Max-Broll-Krimis Die Schöne und der Tod (2010), Für immer tot (2011) und Leichenspiele (2012). (Quelle: Amazon.de)
Zunächst muss ich sagen, dass dies mein erstes Buch von Bernhard Aichner war, aber ganz sicher nicht mein Letztes. Ich hatte schon einiges über ihn von anderen Bloggern gelesen, umso größer war die Freude, als der Haymon Verlag mich fragte, ob ich Interesse an einem Rezensionsexemplar hätte. Doch das es so gut werden würde, konnte ich zu diesem Zeitpunkt natürlich noch nicht wissen. Was mich so begeistert hat, erfahrt ihr nun im Folgenden.
Kritische Auseinandersetzung
Das Beste an diesem Buch waren meiner Meinung nach diese unglaublichen Dialoge. War deren Aufbau für mich anfangs noch etwas neu, verwirrend und auch fremd, so konnte ich mich doch sehr schnell hineinfinden und auch gut mit kommen. Doch nicht nur der Aufbau war ganz anders, vor allem der Inhalt der Dialoge ist einfach unfassbar. Sie sind auf der einen Seite fast schon subtil, doch es steckt so viel mehr dahinter, wenn man zwischen den Zeilen liest und vor allem genau aufpasst. Viele Abschnitte habe ich einfach aus Spaß mehrmals gelesen, weil ich einfach so begeistert war, wie der Autor die Figuren zum Leben erweckt und vor allem, mit welch einfachen Mitteln er einen so großen Effekt erzielt. Da ich noch kein anderes Buch von ihm gelesen habe, bin ich sehr neugierig, ob es in allen Büchern so gehandhabt wird, denn das war einfach nur großartig. Irgendwo fehlen mir die Worte, um euch das begreiflich zu machen, aber ich denke, wenn ihr den Autor schon kennt und er es immer so macht, dann wisst ihr, was ich meine.
Wenn die Dialoge so gut sind, dann müssen es natürlich auch die Figuren sein und ja, das sind sie. Max Boll ist natürlich allen voran, er ist sehr sympathisch, wenn vielleicht auch etwas skurril, aber gerade das hat mir an ihm sehr gut gefallen. Er ist so ganz anders, als man sich einen Protagonisten vorstellt würde, doch ich mag es, wie intelligent er ist, wie lebensklug und dabei doch auch etwas tollpatschig (ich weiß nicht, wie ich es sonst nennen soll) und auf jeden Fall liebenswert. Doch auch sein Gegenspieler hat mir unheimlich gut gefallen. Er besticht vor allem durch seine kluge Ausdrucksweise und auch wenn er natürlich „der Böse“ ist, kann man als Leser nicht umhin, ihn auf seine eigene Weise auch gut zu finden. Ein wenig hat er mich an Hannibal Lecter erinnert und da ich auch ein großer Fan von ihm bin (keine Ahnung, was das über mich aussagt 😀 ), konnte er mich natürlich auch begeistern.
Zur Geschichte möchte ich euch natürlich nichts verraten, nur so viel, das Konzept hat mir ebenfalls sehr gut gefallen und lebt natürlich von Max Bolls Art, denn sonst wäre er nicht auf die Idee gekommen, dem vermeintlichen Mörder seines Freundes zu folgen. Es macht auf jeden Fall unheimlich Spaß, dieses Buch zu lesen, wenn man über die Hürden des anfangs hinweg ist, wird man völlig mitgerissen und es ist schwer aufzuhören, bevor man weiß, was passiert ist und ob Max sein Vorhaben gelingt.
Fazit
Ich kann dieses Buch absolut und uneingeschränkt empfehlen, an alle, die gern Krimis lesen, aber auch an jede, die gern gut gemachte Charaktere in ihren Büchern finden wollen und sich von tollen Konversationen zwischen Bücherfiguren begeistern lassen wollen.
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