Blogtour „Sommer der Sternschnuppen“ Tag 2

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Hallo und „Herzlich Willkommen“ zur Blogtour „Sommer der Sternschnuppen“ von Mary Simses. Ich werde euch heute einen etwas anderen Beitrag zum Thema Arbeitslosigkeit zeigen, es wird eine Erzählung aus der Ich-Perspektive geben und am Ende noch einmal einen kurzen Teil, der allgemein gehalten ist. Das ist mal etwas anderes, aber ich hoffe, euch gefällt es. wp-1471175606495.jpeg

Ich stehe auf und bin eigentlich absolut lustlos. Entgegen der allgemeinen Erwartung bin ich immer früh wach, doch das müsste ich wahrscheinlich schon beweisen können. Erst einmal ins Badezimmer, duschen und Zähne putzen, denn mein derzeitiger Karrierestand bedeutet nicht automatisch, ungepflegt zu sein. Auch sauber und ordentlich anziehen gehört zu meinen Fähigkeiten. Vielleicht sollte ich euch erzählen, worum es eigentlich geht. Ich habe einen Termin beim Jobcenter, da ich vor einiger Zeit meinen Job verloren habe. Nun, ich weiß nicht, wie viele von euch schon einmal dieses ausgesprochene „Vergnügen“ hatten, aber ich freue mich nicht besonders darauf. Es ist nicht so, als ob ich nicht gern einen neuen Job hätte, oh nein, im Gegenteil, ich würde mich wahnsinnig darüber freuen, auch darüber, dass mir jemand bei der Jobsuche hilft, nur ist das leider nicht so. Versteht mich nicht falsch, einige, wenn nicht sogar viele Mitarbeiter der entsprechenden Institution werden genau diese Sorte von Sachbearbeiter sein, jemand, der angestrengt hilft und wirklich versucht, auf die Wünsche des zukünftigen Arbeitnehmers einzugehen, doch ist das leider nicht immer so.

Mein Bearbeiter gehört leider gar nicht dazu, er ist zwar sehr gut darin, mir zu sagen, was ich alles nicht tue, doch umso schlechter darin, seinem Job nachzugehen. Gewiss, er hat nicht nur einen Klienten, aber dennoch wäre es schön, einen guten Willen zumindest erahnen zu können. Mir bleibt natürlich dennoch nichts anderes übrig, als zu meinem Termin zu gehen, der im Grunde verschwendete Zeit ist, in der ich Bewerbungen schreiben könnte, statt dort zu warten, bis ich dann irgendwann mal dran bin um dann zu hören, dass ich nicht genug getan habe oder dieses und jenes versuchen sollte, was er beim letzten Mal schon sagte. Also geht’s ab in den Bus und los geht es Richtung Center. Ich habe mir ein Buch mitgenommen, da ich schon davon ausgehe, nicht pünktlich dran zu kommen.

Nun sitze ich also hier, auf doch recht bequemen Stühlen und versuche mein Buch zu lesen, was leider nicht so gut klappt, da es recht laut ist. Das Jobcenter scheint recht gut gefüllt, man merkt, dass die Mitarbeiter einiges zu tun haben. Ich beobachte also meine „Kollegen“, viele sehr gut gekleidet und noch voller Hoffnung, einige in Jogginghose und dreckigem Oberteil, sichtlich genervt. Auch diese Menschen kann ich irgendwo verstehen, doch ein neuer Job ist der beste Weg, um nicht mehr ins Jobcenter zu müssen und den bekommt man schlecht in einem Jogginganzug. Ich beobachte weiter, einige Mitarbeiter laufen mit Kaffeetassen über den Gang und unterhalten sich, lachen, spaßen miteinander und schauen nicht zu den Wartenden. Ich beuge mich etwas vor und kann einem Mitarbeiter dabei zu sehen, wie er in seinem Büro Staub wischt. Sehr reinlich, aber sollte man sich nicht lieber um die ganzen Menschen kümmern?

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Das scheinen einige Andere auch so zu sehen, werden laut, schreien, drängeln sich vor und nehmen keine Rücksicht. Genau das meine ich, mir tun nicht nur die Menschen leid, die auf das Jobcenter angewiesen sind, nein, auch die Mitarbeiter, denn sie haben wirklich viel zu tun und auch wenn ich mich ungerecht behandelt fühle, so glaube ich, dass nicht jeder Bearbeiter das aus Boshaftigkeit tut, sondern aus Überforderung. Mittlerweile starren fast alle auf ihr Handy, die erstaunlich neu aussehen, fällt mir auf. Ich frage mich ja, wovon das bezahlt werden kann, denn ich für meinen Teil, habe es nicht so leicht, mit meinem Arbeitslosengeld auszukommen, wenn das natürlich auch noch mehr ist, als das Arbeitslosengeld II. Aber nun gut, es geht mich nichts an, aber denken darf ich ja noch, was ich möchte. Endlich kommt mein Sachbearbeiter, doch statt mich zu rufen, nickt er nur und geht in ein anderes Zimmer. Einige Zeit später kommt er raus und geht den Gang entlang, bis ich ihn nicht mehr sehen kann. Ok, ich habe ja keinen Job, ich kann warten. Ich wünschte nur, ich könnte in Ruhe mein Buch lesen, aber dafür ist und bleibt es einfach zu laut.

Dann kommt mein Bearbeiter endlich zurück, geht noch einmal in den Raum und kommt wiederum mit einer Tasse dampfenden, duftenden Kaffees heraus und bittet mich, mitzukommen. Ich stehe auf und gehe hinterher, im Büro setze ich mich auf einen Stuhl, gegenüber seinem Stuhl.

„Guten Tag.“

Oh, okay. „Guten Tag.“

„Haben sie sich beworben?“

„Ja, ich habe einige Bewerbungen versendet, aber bisher kamen nur Absagen zurück. Oder eben nichts.“

„Haben sie denn genug Bewerbungen geschrieben?“

„Nun, ich würde sagen ja, ich möchte unbedingt eine neue Stelle, aber bisher hat es noch nicht geklappt.“

„Dann empfehle ich, noch mehr zu schreiben. Haben sie schon darüber nachgedacht, in einem anderen Berufsfeld zu suchen?“

„Ehrlich gesagt nein, ich mache meine Arbeit gern und würde sie auch gern weiterhin machen.“

„Sie sollten mal darüber nachdenken, in einem anderen Berufsfeld zu suchen. Ich werde ihnen ein paar Stellengesuche ausdrucken.“

„Nun, ich würde lieber in meinem Berufsfeld weitersuchen, da mir dies doch sehr liegt.“

„Ja, das ist ja schön, ich habe ihnen jetzt mal ein paar andere Gesuche ausgedruckt, bewerben sie sich dort und geben sie die beigelegten Formulare hier ab, damit wir sehen können, dass sie sich dort beworben haben.“

„Ich würde mich nur sehr ungern dort bewerben, denn ich mag meinen Job sehr gern.“

„Jetzt bewerben sie sich bitte einfach dort. Dann sind wir für heute fertig. Oder haben sie noch irgendwelche Fragen? Achso, ich muss sie nicht daran erinnern, dass Sanktionen folgen, sollten sie sich dort nicht bewerben.“

Nein, ich habe natürlich keine Fragen und werde mich dort bewerben, aber ich werde trotzdem weiter versuchen, eine Stelle in meinem Beruf zu bekommen. Auf Wiedersehen.“

„Wiedersehen.“wp-1471175606495.jpeg

So, das war nur kurz und ich kann euch versprechen, dass dies aus eigener Erfahrung und aus Erfahrungen meines Bekanntenkreises geschrieben wurde. Ihr seht, Arbeitslosigkeit ist oft sehr schwer für den Menschen, man fühlt sich degradiert, nutzlos und mit jeder Absage wird dieses Gefühl noch schlimmer. Obwohl man einen neuen Job möchte, möchte man auf keinen Fall zum Jobcenter gehen, da einem dort eh nicht geholfen wird. Ich kann euch sagen, ich habe sehr lange versucht, mit dem Jobcenter Arbeit zu finden, doch als ich mich entschloss, es alleine zu versuchen, hatte ich meine neue Stelle innerhalb von ein paar Wochen. Nicht jedem wird es so gehen, doch ich glaube nicht, dass nur mein Bekanntenkreis und ich solche Erfahrungen gemacht haben. Wichtig ist, dass man nicht aufgibt, dass man sich nicht gehen lässt und vor allem: Lasst euch nie von Irgendjemandem einreden, dass ihr nicht gut genug als Mensch seid!

Nun gibt es natürlich auch bei dieser Blogtour wieder etwas zu gewinnen und zwar ein Hörbuch von „Sommer der Sternschnuppen“.wp-1471175859963.jpeg

Gewinnspiel

Finde den Seestern in unseren Beiträgen und verrate uns am Ende der Blogtour wie viele du gefunden hast. Hierzu schicke bitte eine Mail an info@buchreisender.de mit dem Betreff Seestern Teilnahmeschluss: 22.08.2016 24 Uhr.

Teilnahmebedingungen für Gewinnspiele:
*Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab 18 Jahren möglich. Andernfalls ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
*Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz.
*Der Rechtsweg ist ausgeschlossen.
*Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
*Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
*Der Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf.
*Der Gewinner ist damit einverstanden öffentlich genannt zu werden.
*Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
*Das Gewinnspiel wird von buchreisender.de organisiert.
*Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
*Das Gewinnspiel endet am 22.08.2016 um 23:59 Uhr.
*Der Gewinner wird per Mail kontaktiert!
*Der Beitrag der Gewinnernennung wird jeweils in der ersten Woche des Folgemonats veröffentlicht.

 

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10 Kommentare zu „Blogtour „Sommer der Sternschnuppen“ Tag 2

  1. Hi!
    Das Thema Arbeitslosigkeit trifft man leider sehr oft. Ich habe es auch schon im engsten Familienkreis treffen müssen und es war sehr hart mit anzusehen. Letzten Endes hat man tatsächlich irgendwo gesucht, ist aber darüber zerbrochen. In meiner Familie kann ich sagen, dass es geklappt hat und Gott sei dank jeder wieder eine Stelle gefunden hat, doch das zeigt, wie schnell es gehen kann.

    Liebe Grüsse
    Deine Nina

    Gefällt 1 Person

      1. Hi Tammy!
        Aber gerne doch! Das Thema, mit den du dich beschäftigt hast ist auch richtig schwer. Quasi ein Tanz auf dem Drahtseilakt – ich hoffe ja nie da sitzen zu müssen.
        Eure Blog Tour gefällt mir richtig gut 🙂 ich bin gespannt wie es morgen weiter geht!
        Liebe Grüsse und hab noch einen schönen Tag!
        Deine Nina

        Gefällt mir

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