Nicht von dieser Welt

img_20160703_124543.jpgNicht von dieser Welt

Arne Ulbricht

KLAK Verlag; Auflage: 1 (26. Februar 2016)

290 Seiten

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Rückentext

Heinz ist ein Single, der gern liest, Schach spielt und seinen Hund verwöhnt. Ein Mann, der weder Handy noch Fernseher besitzt, nicht auf Facebook ist und sich nicht für Fußball interessiert. Seinen Lebenstraum, junge Menschen als Lehrer für Sprache und Literatur zu begeistern, hat Heinz eigentlich längst begraben…
Doch plötzlich steht er in einem Klassenraum eines Gymnasiums der Generation Selfie und WhatsApp gegenüber. Dort sitzen Olaf und seine Freunde, die die Schüler gegen Heinz aufwiegeln und vor keiner Eskalation zurückschrecken. Aber da sind auch sein skurriler Kollege Sker und vor allem zwei Schüler, die seinen Schutz brauchen. Vor einer Klassenfahrt hofft Heinz auf einen Neuanfang. Doch es kommt anders und Heinz entschließt sich, den Schülern in diesem Psychokrieg eine grausame Lektion zu erteilen.

Allgemeines zu Buch und Autor

Arne Ulbricht, geboren 1972 in Kiel, ist Lehrer und Autor. In seinen viel diskutierten Büchern Lehrer: Traumberuf oder Horrorjob? (2013) und Schule ohne Lehrer (2015) setzt er sich kritisch mit dem Schulbetrieb auseinander. Seine zahlreichen Kolumnen und Artikel sind im Sammelband Lehrer, ein unverschämt attraktiver Beruf (2015) erschienen, und sein Buch Lesen ist cool! (2016) ist ein leidenschaftliches Plädoyer für das Vor- und Selbstlesen.
Nicht von dieser Welt ist Arne Ulbrichts erster veröffentlichter Roman.
www.arneulbricht.de (Quelle: Amazon.de)

Ich kann zu diesem Buch eigentlich gar nicht so viel schreiben, zumindest weiß ich noch nicht, wie ich es ausdrücken soll. Es hat mich in seinen Bann gezogen, es hat mir einen sehr sympathischen, wenn auch etwas „seltsamen“ Protagonisten gegeben und mich dann völlig entsetzt und sprachlos zurückgelassen.

Ich habe dieses Buch von KLAK Verlag als Rezensionsexemplar zu Verfügung gestellt bekommen. Hiermit bedanke ich mich noch einmal dafür.

Kritische Auseinandersetzung

In diesem Buch liegt das Hauptaugenmerk auf dem Protagonisten. Er ist eigentlich ein absoluter Antiheld, er ist „seltsam“, still, ein „Außenseiter“ und jemand, der sich nicht anpassen will. Doch genau das macht ihn sympathisch. Er WILL sich nicht anpassen, es ist nicht so, als wenn er nicht könnte. Sein größter Wunsch, zumindest interpretiere ich das so, ist akzeptiert zu werden und zwar genau so, wie er ist. Doch das klappt nicht so ganz, obwohl er ganz sicher kein schlechter Mensch ist, sondern einfach nur seine Eigenarten hat, die ihn aber irgendwie liebenswert machen. Mir hat Heinz als Charakter einfach sehr gut gefallen und ich würde mich im wirklichen Leben sehr gern mit ihm unterhalten, denn ich glaube, er hätte zu vielen Dingen etwas zu sagen.

Der Schreibstil des Autors ist grandios. Von der ersten Seite an hatte er mich in seinen Bann gezogen und obwohl im Nachhinein betrachtet gar nicht allzu viel passiert, war es sehr spannend und ich musste unbedingt wissen, wie es weiter geht. Trotz das wenig passiert, passiert aber eben  doch immer irgendwas, was mich persönlich am Lesen gehalten hat. Ich mag vor allem die Beschreibungen der anderen Charaktere und dass alles aus Heinz‘ Sicht geschrieben ist. Ich finde die Ich-Perspektive in diesem Fall unwahrscheinlich gut gewählt, da man so noch mehr mit dem Protagonisten verbunden ist und sich noch besser in ihn hineinversetzen kann.

Vom psychologischen Aufbau her maße ich mir an zu schreiben, dass dieses Buch ein Meisterwerk ist. Man ist „live“ dabei, wie es mit Heinz immer weiter bergab geht, wie aussichtslos die Situation für ihn wird, aber auch wie er immer wieder versucht, einen Weg zu finden und genauso oft Steine von der Außenwelt in den Weg gelegt bekommt. Und das Ende hat mich dann einfach nur noch sprachlos gemacht, vor allem aber, weil ich Heinz verstehen konnte. Ich hätte nie gedacht, dass ich jemanden, der so etwas tut, verstehen könnte, aber wenn jemand wirklich das erleben würde, was ihm wieder fährt, wäre die ganze Sache immer noch schrecklich grausam, aber sie wäre irgendwo dennoch ein ganz kleines bisschen nachvollziehbar, im Grunde unseres Herzens. Aber lest das Buch selbst, ich denke, ihr werdet verstehen, was ich meine.

Fazit

Ein absolut lesenswertes Buch, dass mich immer noch beschäftigt und das ich wahrscheinlich nie vergessen werde. Ich kann es euch einfach nur empfehlen.

 

 

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3 Kommentare zu „Nicht von dieser Welt

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