Sicht Unsichtbar

img_20160608_200100.jpgSicht Unsichtbar

Gabriela Kasperski

Monsenstein und Vannerdat (4. April 2016)

408 Seiten

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Rückentext

Wer hat Pensionsbesitzer Johan Havemann erschlagen? Der Verdacht fällt auf den Ranger des Naturschutzgebiets Silberbirke. Doch das gewinnorientierte Luxus-Öko-Projekt VillageGreen bringt verseuchte Geheimnisse und eine tragische Familiengeschichte zutage. Der begeisterte Vater Werner Meier ermittelt mit Hexenschuss und Snugly, während sich Zita, geplagt von der ultimativen Provinz-Krise, in die Pension Seeblick am idyllischen Greifensee zurückzieht, ausgerechnet dorthin, wo alle Fäden zusammenlaufen.
In Sichtbar Unsichtbar werden viele Themen unseres Alltags berührt, Sinn und Unsinn von Luxus-Ökologie und Naturschutz ist das zentralste. Im Kern aber dreht sich alles um eines: Es geht um Macht. Die Macht eines Felix Blauwylers, der seine Lügen so viel schillernder verkauft als der kauzige Ranger seine Wahrheit. Die Macht des Übervaters Johann Havemann, der seine Tochter niemals gehen lassen würde. Die Macht der Sucht, die Marie Himmel und Hannah Lienert in ihren Fängen hat, die Macht der Krankheit, der Lilo Lienert trotzen will, die Macht der Freiheit, die Zita zu verlieren droht, die Macht des Wortes, die Helen Himmel eine Ausdrucksmöglichkeit verschafft, die Macht der Intuition, die Meier auch dann weiterhilft, wenn sein Verstand längst kapituliert hat. Und schliesslich geht es um die allumfassende Macht der Liebe, die Eltern und Kinder verbindet, Männer und Frauen. Und ihr Gegenstück, den Hass.
Neben den beiden Protagonisten Zita Schnyder und Werner Meier begegnet die Leserschaft noch weiteren Figuren der ersten beiden Romane wieder: Gritli Gut, der guten Seele vom Kapo-Empfang, Meiers cholerischem Chef Ricardo Signorelli, dem schlauen Staatsanwalt Kretschmer, der schrägen Assistentin Beanie Barras, dem allzu neugierigen Original Wolfi Bühler, dem findigen Pfarrer Keller und Helen Himmel, die zur Slampoetin mutiert. Sogar die ehemalige Wetterfee Scarlett Hammer, avanciert zur Newsmoderatorin, ist wieder mit von der Partie.

Allgemeines zu Buch und Autor

Gabriela Kasperski absolvierte ein Studium der Anglistik, war als Radio- und TV-Moderatorin und Schauspielerin tätig. Heute schreibt sie Krimis und Romane, Adaptionen für Film und Fernsehen, bloggt in ihrer Kolumne 45+ zu Alltagsfragen, und arbeitet als Sprecherin, Regisseurin und Expertin. Sie ist Gründerin der Indie-Verlagsplattform Storybakery und pendelt mit ihrem Mann und ihren Kindern zwischen Stadt und Land. (Quelle: Amazon.de)

Mir hat dieses Buch grundsätzlich sehr gut gefallen, es auf jeden Fall ein spannender Krimi mit einem durchaus interessanten Fall und langweilig ist dieses Buch sicher auch nicht. Dennoch hat es einige Schwächen, für eingefleischte Krimifans ist es aber mit Sicherheit ein paar Lesestunden wert 🙂 .

Kritische Auseinandersetzung

Die Charaktere in diesem Buch waren durchweg sehr anschaulich und gut dargestellt, ich konnte sie mir sehr gut vorstellen und eine „Verbindung“ zu ihnen aufbauen, was ja gerade bei den Protagonisten sehr wichtig ist. Was ich besonders gut fand, war, dass auch die Nebencharaktere nichts zu wünschen übrig ließen, denn auch sie wurden liebevoll und detailliert beschrieben und nicht einfach nur kurz erwähnt und dann gilt „Aus den Augen, aus dem Sinn“. Natürlich muss man dann immer den Überblick behalten, ich finde aber, dass die Autorin einem dies doch recht leicht macht und man nicht das Gefühl hat, an Personen zu viele vorzufinden. Das Privatleben der Charaktere kommt auch nicht zu kurz und man kann die Figuren wirklich gut kennen lernen, ob sie einem allerdings sympathisch sind, ist natürlich subjektiv.

Anders verhält sich dies mit den Themen, denn nicht nur der Mordfall ist ein Thema, nein, es werden auch noch jede Menge anderer Themen eingebracht, vor allem gesellschaftliche Themen und das schien dann doch irgendwie zu viel des Guten. Man muss immer mal wieder umswitchen und hat das Gefühl, in kürzester Zeit viel zu viele Informationen zu bekommen, die man sich gar nicht alle merken kann und welche meiner Meinung nach auch nicht unbedingt im direkten Bezug zum eigentlich Fall standen. Es war alles in allem einfach doch etwas viel und der eigentliche Mord ging teilweise etwas unter.

Der Schreibstil der Autorin ist aber sehr spannend und flüssig lesbar, man wird richtig mitgezogen und ich hätte mir wirklich gewünscht, sie hätte nicht versucht, allzu viel hineinzupacken, sondern sich wirklich mehr auf die Ermittlungen konzentriert, denn ich finde, hier liegen wirklich ihre Stärken und wenn das ganze Buch so geschrieben wäre, wie die Ermittlungen, dann wäre es einfach nur großartig. Da dies der dritte Teil einer Reihe ist, möchte ich in jedem Fall mindestens eins der beiden Anderen auch lesen, um zu schauen, ob die Autorin das immer so macht, oder ob sie vielleicht doch Hintergedanken hatte, die ich einfach nur nicht verstehe. Schaut man sich aber andere Rezensionen an, sieht man, dass es vielen so ging, dass sie einfach schlichtweg erschlagen worden von der Fülle an Informationen, die man hier geboten bekommt. Manchmal ist eben weniger doch mehr.

Fazit

Dieser Krimi hat definitiv einige Schwächen, wobei ich es lieber so formuliere, dass die Autorin es an einigen Stellen einfach zu gut gemeint hat, dennoch ist ein guter Krimi, den man sich auf jeden Fall mal anschauen kann, auch wenn man die ersten Teile nicht gelesen hat. Der Fall an sich und die Arbeit am Fall, sind sehr gut dargestellt und vor allem spannend, der Leser muss halt überlegen, ob er mit dem Rest klarkommt. Dem Ein oder Anderen werden meine „Schwächen“ in diesem Buch sicher auch als „Stärken“ vorkommen.

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