Blogtour „Die Fliege“ Tag 2

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Ich begrüße euch herzlich zum zweiten Tag unserer Blogtour zu „Die Fliege“ von Silvia Stolzenburg. Ich weiß, ihr hattet heute nicht mit mir gerechnet, aber man muss sich ja auch mal überraschen lassen 😉 .

Ich werde euch heute etwas darüber erzählen, was ein Mord aus einem Menschen macht und/oder auch mit ihm macht und zwar nicht nur mit dem Täter, sondern auch mit den Angehörigen der Opfer und auch den Angehörigen der Täter. Aber starten wir mal damit, warum Menschen eigentlich einen Mord begehen.

Wie kommt es überhaupt dazu, dass Jemand einen Menschen töten will?

In Deutschland sterben ca. 3 Menschen am Tag eines unnatürlichen Todes. Das ist meiner Meinung nach ziemlich viel. Das böse gehört einfach zum Menschen dazu, es steckt in Jedem von uns, ob wir das nun gern wahr haben möchten oder nicht. Ich denke, jeder hat schon einmal gedacht oder gesagt, dass er gern Irgendjemanden umbringen würde und sich dies vielleicht sogar in seinem Kopf ausgemalt, jedoch ohne es dann tatsächlich in die Tat umzusetzen. Nicht jeder, der zum Mörder wird, ist psychisch gestört, „krank“ wie wir es nennen. Nein, oft entscheidet der Zufall, ob jemand umgebracht wird oder nicht, denn der Täter hat nur zwei Möglichkeiten, entweder er tut es oder er tut es eben nicht. Eine simple Entscheidungen, die gleich zwei Leben und im Endeffekt noch viel mehr Leben zerstören wird. Natürlich gibt es auch einfach schlechte Menschen, die einfach töten weil sie denken, sie müssten das tun, doch oft ist es eben auch der ganz normale Nachbar von nebenan, der einfach eine schlechte Entscheidung getroffen hat.

Was auch eine große Rolle spielt, ist der Grund, den man hat, warum man überhaupt jemanden töten möchte oder jemanden getötet hat. Ist jemand, der aus Notwehr tötet genauso böse wie jemand, der aus Rache tötet? Beide haben einen Menschen getötet, ihn mitten aus dem Leben gerissen, doch ich denke wir sind uns einig, dass wir nicht beides als gleich schlimm erachten. Das ist vergleichbar mit der Todesstrafe, viele Menschen sind für die Todesstrafe, sie wollen einen Menschen umbringen, weil er einen anderen Menschen umgebracht hat. Sind diese Menschen dann genauso schlimm wie der eigentliche Mörder? Und warum glaubt man dieser Mord an einem Mörder wäre gerechtfertigt? Und derjenige, der dieses Todesurteil vollstreckt, ist er nicht auch ein Mörder? Muss er nicht auch etwas Böses in sich haben um das überhaupt tun zu können? Selbstverständlich! Wir alle haben das Böse in uns und wir sind die Einzigen, die entscheiden können, wie wir uns verhalten wolle, welche Seite von uns wir an die Oberfläche kommen lassen.

Die Menschheit stumpft natürlich irgendwo auch immer weiter ab, da Morde quasi „im Wohnzimmer“ passieren. Im Fernsehen geschehen etliche Morde, Krimiserien sind beliebt wie nie, mal ganz abgesehen von Spielen auf Konsolen oder Computer. Unsere Hemmschwelle wird immer weiter herabgesetzt, selbst (und ich gebe es nur ungern zu) Harry Potter ist letzten Endes gewaltverherrlichend. Und das schauen bereits die Kleinsten von uns. Mord und Tot faszinieren uns, es gibt dort etwas, dass existiert, neben uns, ohne das wir normalerweise damit in Kontakt treten. Klar sehen wir, wie Schauspieler unsere geheimsten Fantasien ausleben, letzten Endes sind es eben doch nicht wir. Dem Einen reicht das, dem Anderen nicht.

Manche Menschen töten, um Aufmerksamkeit zu bekommen, um sich einen Namen zu machen, um irgendwie in die Öffentlichkeit zu rücken, kurz: Um gesehen zu werden. Wieder andere (vornehmlich Gangster) gehen ihren Gewalttaten nach, um ihr Geld zu schützen, ihr Geschäft oder ihre Familie zu schützen, um ihre Macht zu sichern, mehr Macht zu erlangen oder um zu beweisen, wie „hart“ sie sind. Selbstverständlich töten auch viele Menschen, die sozial, intellektuell oder psychisch schwach sind, dennoch sind das immer noch die Wenigsten. Alles in allem kann man sagen: Jeder kann zum Mörder werden.

Was macht ein Mord mit dem Täter?

Der Mörder zerstört nicht nur das Leben seines Opfers, nein, er zerstört ganz nebenbei auch sein eigenes Leben. Natürlich zunächst mit dem ganz Offensichtlichen: Wird er erwischt, muss er ins Gefängnis. Das stiehlt ihm kostbare Lebenszeit, er wird seinen Job verlieren und seine Chancen, danach einen neuen Job zu bekommen (wenn er beispielsweise früher entlassen wird), werden dramatisch weniger. Außerdem kann es im Nachhinein zu massiven Schuldgefühlen kommen, denn nicht jeder Täter ist skrupellos und hat vielleicht nur im Affekt gehandelt. Freunde und Familie werden sich abwenden und der Täter muss mit dem Hass umgehen, der ihm von den Angehörigen des Opfers entgegen kommt, er muss mit dem Leben im Gefängnis klar kommen und der Rest seines Lebens wird nicht mehr so sein, wie er es sich vielleicht irgendwann mal vorgestellt hat.

Viele Forscher glauben, dass ein Mörder keine Empathiefähigkeit besäße und therapiert werden müsse, während die meisten glauben, dass das bisherige System, also die Androhung von Strafe und der Gedanke an die ganzen Folgen, die ich oben beschrieben habe, als Abschreckung reicht und schon allein dadurch weitaus weniger Gewalttaten zu Stande kommen, als ohne diese. Ich kann natürlich nicht sagen, wie es sich damit verhält, aber ein stumpfsinniges Therapieren (ich denke da an so Szenen wie in „Clockwork Orange“) halte ich für ungut.

Was macht ein Mord mit den Angehörigen der Opfer?

Ein Mord an einem Angehörigen erschüttert das Urvertrauen in das Leben und die Menschen. Das Unmögliche ist möglich, oder das, was man für unmöglich gehalten hat. Man weiß jetzt, dass ein Mord zu jeder Zeit passieren kann und vor allem Jedem, denn nun ist es nicht mehr eine Sache, die weit weg ist und passiert, oder nur im Fernsehen, jetzt ist es etwas, das unmittelbar in das leben eingegriffen hat, es auf den Kopf gestellt hat. Man kann sich mit einem Mord schlechter „anfreunden“ als mit einem Unfall oder einer plötzlichen Krankheit, da er einfach unreal für uns ist. Hinzu kommt, dass ein Mord natürlich Ermittlungen nach sich zieht, die Familie und die Angehörigen werden in die Nähe des Täters gebracht. werden verhört, eventuell unter Druck gesetzt, um Hinweise zu bekommen. Dazu kommen natürlich noch die Medien, die in die Privatsphäre eingreifen, alles man weiß nicht, was man sagen soll, kann, darf. Der Umgang damit ist den meisten Menschen natürlich nicht geläufig und die Angehörigen müssen das alles über sich ergehen lassen und dazu natürlich auch noch trauern. Man kann sich also gut vorstellen, dass dies mit zu den schlimmsten Dingen gehört, die einem passieren können.

Was macht ein Mord mit den Angehörigen des Täters?

Die Angehörigen des Täters haben es vielleicht mit einer noch schlimmeren Situation zu tun, als die des Opfers. Sie werden angefeindet, bekommen keine Hilfe von der Polizei, sei es durch einen Psychologen oder wenigstens einen Beistand. Sie sind einfach die Familie des Täters, die Familie von dem Mörder und sind damit gesellschaftlich absolut isoliert. Wer möchte schon bei jemandem Kaffee trinken gehen, der einen Mann oder einen Sohn hatte, der jemanden getötet hat?! Sie müssen eben einfach damit klar kommen, was passiert ist, der allgemeine Glaube: Sie haben es nicht so schlimm, wie die Familie des Opfers. Dazu kommt die Scham, die man empfindet, weil ein Familienmitglied so etwas getan hat, sie können die ganze Tat vielleicht selbst gar nicht verstehen und fragen sich genau wie alle anderen nach dem „Warum“. Hinzukommen Schuldgefühle, weil man denkt, man hätte etwas merken müssen, es verhindern müssen. Und dann natürlich die Frage, die sich jeder in so einer Situation stellt: Was habe ich falsch gemacht? Wieso habe ich nichts gemerkt? Keine Anzeichen? Wieso habe ich ihn geheiratet, wieso habe ich nicht dafür gesorgt, dass er/sie zum Psychologen geht?

Auch finanziell kann es zu großen Verlusten kommen, wenn zum Beispiel der Vater der Täter ist und vielleicht der Alleinverdiener war. Es droht Hartz IV, denn ansonsten hat die Familie keine Hilfe zu erwarten. Sie werden also gemieden plagen sich selbst mit ihren Gedanken, haben ebenfalls ein Familienmitglied verloren, haben finanzielle Probleme und werden von allen gehasst. So sieht natürlich nicht gerade das Leben aus, dass man sich wünscht. Und das alles, weil ein Einziger eine falsche/dumme Entscheidung getroffen hat. Und dennoch, die Angehörigen des Opfers werden sich trotzdem dagegen wehren, dass ihr Schmerz mit denen der Angehörigen des Täters verglichen werden.

So, nun zur Gewinnspielfrage

Wie glaubt ihr, würdet ihr mit dem Mord eines Angehörigen umgehen?

Was gibt es zu gewinnen?

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1. Preis: 1 Print
2. Preis: 2 Schlüsselanhänger „Tiger“
3. Preis: 2 signierte Lesezeichen

Die Teilnahme an dem Gewinnspiel ist ab einem Alter von 18 Jahren möglich. Falls Du unter 18 Jahre alt sein solltest, ist eine Teilnahme nur mit Erlaubnis des Erziehungs-/Sorgeberichtigten möglich.
Der Versand der Gewinne erfolgt nur innerhalb Deutschland, Österreich und Schweiz, wobei der Rechtsweg hier ausgeschlossen ist. Für den Postversand wird keinerlei Haftung übernommen.
Eine Barauszahlung der Gewinne ist leider nicht möglich.
Als Teilnehmer erklärt man sich einverstanden, dass die Adresse an die Autorin/ an den Autor oder an den Verlag im Gewinnfall übersendet werden darf und man als Gewinner öffentlich genannt werden darf.
Jede teilnahmeberechtigte Person darf einmal pro Tag an dem Gewinnspiel teilnehmen. Mehrfachbewerbungen durch verschiedene Vornamen, Nachnamen, Emailadressen oder einem Pseudonym sind unzulässig und werden bei der Auslosung ausgeschlossen.
Das Gewinnspiel wird von CP – Ideenwelt organisiert.
Das Gewinnspiel wird von Facebook nicht unterstützt und steht in keiner Verbindung zu Facebook.
Das Gewinnspiel endet am 30.04.2016 um 23:59 Uhr.

 

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7 Kommentare zu „Blogtour „Die Fliege“ Tag 2

  1. Hallo,
    Danke für deinenBeitrag, der richtig gut von allen Seiten betrachtet ist. In meinem Umfeld brauchte ich mich bisher noch nie mit einem Mord befassen, deshalb ist die Frage für mich auch schwierig zu beantworten. Bei einem Mord eines Angehörigen wäre ich zuallererst völlig schockiert, sprachlos, erschüttert. Ich würde auf alle Fälle Hilfe anbieten, in welcher Form auch immer. Mit den Angehörigen reden, sie im Alltag irgendwie unterstützen, einfach sie wissen zu lassen, dass man für sie da ist.
    Liebe Grüße Bettina H.

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  2. Hallo,
    vielen Dank für deinen interessanten Beitrag.
    Das ist eine sehr schwierige Frage. Ich glaube ich wäre erst einmal sehr geschockt. Ich würde auf jeden Fall meine Hilfe anbieten oder bei Arbeiten im Alltag helfen.
    Liebe Grüße
    Isabell

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  3. Hallo und guten Tag,

    Danke für die, vielen verschiedenen Eindrücke und Blickwinkel.

    Am Boden zerstört und wahrscheinlich hätte ich im gleichen Moment auch Angst um den Rest der Familie und mich. Denn es könnte ja auch der Beginn einer Mordserie sein/werden. Möglicherweise hat der Täter/Mörder letztendlich die ganze Familie auf dem Kicker…

    LG..Karin…

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  4. Hallo ,
    Vielen Dank für den tollen und interessanten Beitrag .
    Ich glaube ich wäre total fertig und geschockt und auf jeden Fall helfen .

    Liebe Grüße Margareta Gebhardt

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  5. Hallo und vielen Dank für diesen schönen Blogtour-Beitrag! Ich denke, ich hätte große Schwierigkeiten damit, den Mord an einem meiner Angehörigen zu verarbeiten. Es würde mich zutiefst schockieren und sicher eine Zeit aus der Bahn werfen, weil ich eine solche Tat für unvorstellbar halte. Sicher würde ich versuchen, die Tat zu begreifen und ggf. alles daran setzen, den Täter und sein Motiv zu ermitteln.

    Viele liebe Grüße
    Katja

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