Götter

img_20160331_200547.jpgGötter

Will Hofmann

Fabulus Verlag (29. Februar 2016)

400 Seiten

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Rückentext

In Deutschland gibt es vier geheime Reservate, in denen, nach Geschlechtern getrennt, Männer und Frauen wie Sklaven gehalten und körperlich sowie sexuell durch sogenannte Götter ausgebeutet werden. Diese gebärden sich zu ihrem eigenen Vorteil als Herren über Leben und Tod und führen über ihre Untertanen ein strenges Regiment bis hin zur Todesstrafe.
Diesem Terrorregime entfliehen unabhängig voneinander Agnes und Günter. Sie treffen sich zufällig in der Freiheit, tun sich zusammen und müssen das zivilisierte Leben von Grund auf neu lernen. Mithilfe von Freunden gelingt ihnen dieser Prozess erstaunlich schnell. Zugleich entsteht bei ihnen der Wunsch, die vermeintlichen Götter zu entmachten. Werden sie diesen Kampf erfolgreich bestehen?

Allgemeines zu Buch und Autor

Will Hofmann wurde 1949 Im Taunus geboren und ist Arzt für Psychiatrie sowie Allgemeinmedizin. Er lebt mittlerweile in Berlin und hat schon ein Kinderbuch, wie auch Kurzgeschichten und Fantasy-Romane veröffentlicht.

Grundsätzlich hat mir dieses Buch sehr gut gefallen, ich finde vor allem die Grundidee dieses Buches genauso ansprechend wie gruselig und ich war teilweise wirklich fasziniert. Dennoch gibt es ein paar Kritikpunkte, über die ich nicht ohne weiteres hinwegsehen möchte.

Kritische Auseinandersetzung

Entgegen meiner ersten Erwartung war dies kein Fantasy-Buch, ich hatte nämlich eigentlich gedacht, es ginge um „Götter“, die in unsere Welt gekommen sind 😀 . Fragt mich nicht, wieso, aber ich bin ehrlich, die eigentliche Geschichte war sehr viel ansprechender und hat mir wirklich gut gefallen. Diese Idee, dass es solche Reservate wirklich geben könnte, flößt einem gleichzeitig Angst ein, aber, mal ehrlich, irgendwie faszinieren und solche Geschichten doch auch immer wieder.

Diese „Idee“ hat Will Hofmann auch wirklich sehr überzeugend dargestellt, es gibt eine schöne und vor allem eine stimmige Geschichte, in der alles eingebettet ist. Besonders Agnes als Hauptcharaktere hat mir sehr gut gefallen, vor allem, weil sie so wissbegierig und ehrgeizig ist. Sie ist eben ein Charakter, für den so ein Reservat einfach nichts ist, denn man merkt von Anfang an, dass sie viel zu intelligent ist um sich von irgendjemand in Schranken weisen zu lassen. Ich finde generell, dass die Charaktere in dieser Geschichte wahnsinnig viel ausmachen, egal ob sie sehr häufig vorkommen oder auch nicht allzu sehr, alle bereichern das ganze Drumherum. Anfangs finde ich den Wechsel der Sichtweisen (es wird immer mal wieder aus der Sicht eines anderen Charakters geschrieben) anfangs zwar etwas verwirrend, doch wenn man erst mal raus hat, wer den wer ist, kommt man gut mit und richtig gut wird es, sobald sich gegen die Mitte des Buches hin ein Zusammenhang entwickelt.

Was mich leider auch etwas gestört hat, war die Zeit. Denn es wird zwar immer wieder aus anderen Sichten geschrieben, es wird aber auch immer aus anderen Jahreszahlen geschrieben und das ist mir wirklich erst zum Ende hin klar geworden. Meiner Meinung nach wäre es nicht schlecht gewesen, darauf von Anfang an einen Hinweis zu geben, denn wenn sich gegen Ende hin die Geschichte auflöst, war ich erst etwas verblüfft, bis mir dann klar wurde, dass sich eben auch die Zeit immer ändert.

Der Schreibstil ist sehr solide und lässt sich gut und schnell lesen, es gibt aber einige Längen, vor allem am Anfang, doch zur Mitte hin bis kurz vor Schluss ist es richtig spannend und interessant und dort hatte mich der Autor dann auch gepackt. Während ich mich am Anfang noch ein wenig überzeugen musste, konnte ich dann gar nicht schnell genug lesen um herauszufinden, was passiert und wie es weiter geht.

Über das Ende möchte ich natürlich nichts sagen, ich kann nur sagen, dass es mir etwas zu konstruiert war und auch ein bisschen zu lang. Dennoch ist es insgesamt wirklich kein schlechtes Buch, es hat sich auf jeden Fall gelohnt, dieses Buch zu lesen. Es ist eben alles etwas gewöhnungsbedürftig, aber keinesfalls uninteressant, absolut im Gegenteil! Die Geschichte ist wirklich sehr gut und auch Agnes als Charakter ist einfach toll. So toll, dass sie auch über weniger gelungene Charaktere hinweg trösten kann.

Fazit

Ein durchaus gelungener Roman über eine Welt, wie es sie hoffentlich nicht gibt, garniert mit einer tollen Protagonistin und einer großartigen Hintergrundgeschichte. Es lohnt sich, mal einen Blick auf dieses Buch zu werfen, wenn ihr gern mal einen etwas anderen Roman lesen möchtet oder gern Dystopien lest.

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