Tage mit Leuchtkäfern

img_20160322_174147.jpgTage mit Leuchtkäfern

Zoe Hagen

 Ullstein Taschenbuch (14. März 2016)

144 Seiten (als Ebook; als Print: 192 Seiten)

Bestellen bei Amazon

Rückentext

»Das Leben ist ein Privileg«, sagte ich. »Das Leben ist ein Privileg?«, fragte Noah erstaunt. »Ja«, sagte ich. Noah zog die Luft ein, ein Lächeln umspielte seine Lippen. Er drehte sich zu Fred und den anderen um und fragte: »Wo zum Henker hast du denn den kleinen Gandhi hier her?«

Du bist einsam und unglücklich, dein Leben wie ein falscher Film, der an dir vorbeiläuft. Bis du neue Freunde triffst. Gut, die sind alle ein bisschen verrückt, sie nennen sich »Der Club der verhinderten Selbstmörder«. Aber sie geben dir Halt und sind wie Leuchtkäfer in deiner bodenlosen Traurigkeit. Denn du hast nur das eine Leben.

Allgemeines zu Buch und Autor

Zoe Hagen, geboren 1994, steht regelmäßig mit ihren Texten auf der Bühne. 2014 wurde sie deutsche Vize-Meisterin der U20-Poetry Slammer. Ihr Debüt schrieb sie mit 17 Jahren binnen weniger Wochen. Damals hätte sie sich über mehr Glühwürmchen in ihrem Leben gefreut. (Quelle: Autorenwebsite des Ullstein-Verlags)

Ich habe dieses Buch freundlicherweise über NetGalley vom Verlag zu Verfügung gestellt bekommen.

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, es behandelt allerdings kein Thema, über das man so einfach drüber lesen kann. Es ist eine zarte Geschichte, die eine umso schwerere Basis hat, doch es lohnt sich, dieses Buch zu lesen.

Kritische Auseinandersetzung

Was mich an diesem Buch zuallererst angesprochen hat ist das Cover. Nach der Lektüre des Buches weiß man erst, wie gut es gewählt ist. Es passt einfach wunderbar zur Geschichte und zu Antonias Leben. In ihrem Kopf herrscht Chaos und sie weiß nicht, wie es weiter gehen soll. Im Grunde wünscht sie sich, dass ihr jemand eben diesem Weg zeigt, doch wie das leider so im Leben ist, muss man seinen Weg selbst finden. Ich finde, dass die Pfeile auf dem Cover dies schön verbildlichen.

Das gesamte Buch ist wie eine Art Tagebuch geschrieben, allerdings äußern sich diese Einträge als Briefe an Gott. Was ich sehr interessant und schön zu lesen fand, was aber auch gleich ein wenig „lustig“ ist, da Antonia, die Protagonistin, eigentlich nicht an Gott glaubt. Überhaupt muss ich sagen, dafür dass dieses Buch ein solch ernstes Thema behandelt, gibt es immer wieder sehr witzige Passagen, bei denen man wirklich schmunzeln wenn nicht sogar laut lachen muss.

Durch die Tagebuch Einträge ist es uns als Lesern möglich, tief in die Gefühls- und Gedankenwelt der Protagonistin eindringen und wir lernen sie sehr gut kennen. Sie hat kein sehr gutes Verhältnis zu ihrer Familie im Gesamten, doch vor allem das Verhältnis zu ihrer Mutter ist sehr gestört und überhaupt nicht so, wie man sich das vorstellt. Antonia leidet unter einer Essstörung und ihre Mutter ist überhaupt nicht in der Lage, damit umzugehen, was die Schwierigkeiten ihrer Tochter nur noch verschlimmert, da sie noch mehr an sich zweifelt und glaubt, dass sie das eigentliche Problem ist.

Schon relativ am Anfang lernt Antonia den Jungen Fred kennen, der sie in den „Klub der verhinderten Selbstmörder“ aufnimmt. Sie lernt endlich Menschen kennen, die ähnliche Probleme haben und kann sich mit ihnen austauschen. Das ganze Buch ist sehr philosophisch und sowohl Antonia als auch die anderen Klubmitglieder denken sehr viel über das Leben und den Tod nach. Alle scheinen sich in der Literaturszene sehr gut auszukennen, es gibt immer wieder Zitate und Anlehnungen an berühmte literarische Werke. es empfiehlt sich, sollte man sich als Leser damit nicht ganz so gut auskennen, die Passagen oder Bücher einmal nachzuschlagen, denn so kann man das Ganze noch besser verstehen.

Der Leser schwebt sozusagen durch das Buch, man hat das Gefühl, dass die Geschichte ganz leicht zerbrechen könnte, im Grunde also genau wie Antonia. Gleichzeitig ist es aber auch eine starke Geschichte, man kann wirklich alle Gefühle durchmachen. Was auch besonders gut gelungen ist, zumindest meiner Meinung nach, sind die Hintergrundgeschichten der anderen Charakteren. Denn die gibt es im Grunde gar nicht, nur vereinzelt erfährt man etwas. Dies führt dazu, dass man sich kein Urteil bilden kann, sondern einfach nur die philosophischen Ansichten annehmen muss und darüber nachdenken kann, ohne Vorurteile zu schüren.

Das Buch ist sehr gut zu lesen, es hat eine zugleich leichte Sprache, gleichzeitig aber auch eine sehr gehobene Sprache, die man aber sehr gut versteht. Es ist ein Buch, welches schwer und leicht, fröhlich und traurig, zart und stark ist. Vor allem glaube ich, dass diese Geschichte (in Anbetracht der Tatsache, dass es ein Jugendbuch ist) sehr wichtig ist, denn es hilft dabei, zu verstehen, eben keine Vorurteile mehr zu haben, auch mal hinter die Fassade zu schauen und sich darauf einzulassen.

Fazit

Mich konnte dieses Buch überzeugen, ich kann euch einfach nur empfehlen, dieses Buch zu lesen. Es ist so eine wunderschöne Geschichte und ich glaube, man kann nie genug Bücher lesen, die uns helfen, uns auf andere Menschen besser einzulassen! Denn seien wir mal ehrlich, wir haben alle unsere Vorurteile und jeder macht sich eine Meinung zu einem Menschen, doch auch hier sehen wir wieder einmal, was wirklich dahinter steckt.

 

 

Advertisements

Mir einen Kommentar hinterlassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s