Schrank am Strand

img_20160306_190000.jpgSchrank am Strand

Heike Karen Gürtler

230 Seiten

Amazon Publishing (12. Januar 2016)

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Rückentext

Auf einer kleinen Nordseeinsel sucht Lena Abstand zu ihrem Leben und den würgenden Panikattacken, mit denen sie tagtäglich zu kämpfen hat. Doch was sie dort findet, geht weit über die Hilfe hinaus, die sie sich von der abgeschiedenen Insel erhofft hatte. Ein geheimnisvoller, unnatürlich blasser Junge, dessen unschuldiger Rat Saiten in ihr zum Klingen bringt, die lange stumm waren. Eine rätselhafte Flaschenpost und ein am Strand liegender Schrank, in den Lena eintaucht wie in eine andere Welt. Wird sie zu sich selbst finden oder sich in den Rätseln der Insel verlieren?

Allgemeines zu Buch und Autor

Die Autorin wurde 1970 in München geboren und lebt derzeit in München. Sie hat bereits im Einzelhandel gearbeitet, als Leiterin einer Videothek, als Fitnesstrainerin und als Taxifahrerin. Ursprünglich gelernt hat sie Mediengestalterin. Heike Karen Gürtler ist sehr vielseitig und hat schon im Kindesalter begonnen, sich Geschichten auszudenken. Später schrieb sie diese auf, sowie auch Gedichte, doch ihr Wunsch war es, ein Buch zu schreiben. „Schrank am Strand“, beziehungsweise die Idee dahinter, entstand bei eine, langen Spaziergang auf Spiekeroog.

„Schrank am Strand“ ist ein besonderes Buch und ich glaube, man muss sich auf dieses Buch einlassen. Es ist einfach kein normaler Roman, aber es hat für sich etwas ganz eigenes, dem man definitiv mal eine Chance geben sollte.

Kritische Auseinandersetzung

Das Besondere an diesem Buch ist in jedem fall der Aufbau. Denn es ist kein normaler Roman mit einem allwissenden Erzähler und vielen Figuren und jede Menge Dialoge. Nein, es ist ganz anders, es ist aus der Sicht von Lena, der Protagonistin geschrieben, was bedeutet, dass es einen Ich-Erzähler gibt. Im Nachhinein betrachtet, war das Buch mehr oder weniger wie ein Monolog, denn es gibt wirklich nur sehr wenig Kommunikation mit anderen Charakteren.

tea-1090672_640Dieser Monolog führt aber dazu, dass der Leser unglaublich tief in die Gedankenwelt von Lena eintauchen kann. Mir hat das sehr gut gefallen, denn ich glaube, dass es nur sehr wenige andere Bücher gibt, in dem man die Protagonisten so gut kennen lernen kann und so genau erfährt, was in der Figur vorgeht. Anfangs hab ich das gar nicht gut gefunden, aber wenn man sich wirklich mal einfach darauf einlässt, kann man am Ende durchaus etwas gutes daran finden, denn dieses „Verhältnis“ hat man nur sehr selten zu Personen. Es ist, als sei man „live“ dabei, oder als säße man mit Lena bei einem heißen Tee in ihrem Ferienhaus und sie würde einem diese Geschichte erzählen.

Da die Protagonistin unter Angst- und Panikattacken leidet, kann man selbstverständlich auch diese Zustände genauestens mit erleben und das hat mir sehr gut gefallen, denn ich glaube, jemand der nicht selbst unter diese Krankheit leidet, kann sich das gar nicht vorstellen. Doch durch das genaue Beschreiben dieser Situationen, ist es einem möglich, zumindest eine Ahnung davon zu bekommen. Außerdem glaube ich, dass Menschen, die ebenfalls darunter leiden, Mut schöpfen können und vielleicht auch neue Möglichkeiten, damit umzugehen. Mich hat dieses Buch teilweise wirklich ein wenig runtergezogen und ich musste mal kurz aufhören zu lesen, denn ich hatte wirklich ein sehr bedrückendes Gefühl. Es muss schrecklich sein, wenn man solch eine Krankheit hat und jeder sollte einmal darüber nachdenken, wie er selbst solchen Menschen begegnet, denn das ist sicher kein Spaß.

sea-955810_640Was mir ebenfalls sehr gut gefallen hat, war die sehr bildliche Beschreibung der Autorin. Ich konnte mir das kleine Häuschen, die Stadt und vor allem den Strand sehr gut vorstellen, wobei man natürlich dazu sagen muss, dass es nicht allzu schwer ist, wenn man schon mal an der Nordsee oder der Ostsee war. Dennoch glaube ich, dass sich auch jemand, der noch nie dort war, mit Hilfe dieser Beschreibung etwas darunter vorstellen kann. Mir fehlten eigentlich nur die Möwen und das Meeresrauschen im Hintergrund 😀 .

Fazit

Wer mal Lust auf eine etwas andere Art von Roman hat, ist hier definitiv gut bedient und sollte sich dieses Buch mal anschauen. Da das Buch auch sehr gut und relativ schnell zu lesen ist, könnte es auch mal etwas für zwischendurch sein, doch glaube ich, dass es durch die schwere seines Themas nicht für jeden dazu geeignet ist. Es lohnt sich auf jeden Fall und jedem, der vielleicht unter Angst- und Panikattacken leidet, dem kann ich dieses Buch auch empfehlen.

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