Was vor dir noch keiner sah

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Susanna Ernst

268 Seiten

Ravensburger Buchverlag; Auflage: 1 (1. Januar 2016)

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Rückentext

Ein Mädchen und ein Junge.

Eine Liebe mit Hindernissen.

Ein Sommer, in dem sich alles ändert.

Neue Stadt, neue Schule, neue Leute. Leo ist heilfroh, sein altes Leben hinter sich zu lassen. Als er die stille Marie kennenlernt, ist er von ihr fasziniert. Doch was, wenn sie sein Geheimnis erfährt?
Marie würde alles dafür geben, die Zeit zurückdrehen zu können, zurück zu dieser einen falschen Entscheidung. Aber das ist unmöglich und so verkriecht sie sich in ihrem kleinen Schneckenhaus aus Schuld.
Bis sie auf Leo trifft, der ganz anders ist als die anderen. Und obwohl sie sich dagegen wehrt, stellt er ihre Welt mit jedem Tag ein bisschen mehr auf den Kopf.

Allgemeines zu Buch und Autor

1980 wurde die Autorin Susanna Ernst in Bonn geboren und schreibt schon Geschichten seit sie in der Grundschule schreiben gelernt hat. Seit sie 16 Jahre alt ist, leitet sie eine Musicalgruppe, wo sie Regie führt und Schauspielunterricht gibt. Sie ist gelernte Bankkauffrau und ebenfalls zweifache Mutter, die gerne Zeichnet und mal. Ihre Lieblingsbeschäftigung ist aber das Schreiben.

„Was vor dir noch keiner sah“ ist ein Jugendbuch, dass ich wirklich sehr empfehlen kann, nicht nur für Jugendliche sondern durchaus auch für Erwachsene. Es beschäftigt sich mit dem großen Thema Mobbing und ich glaube, dass uns dieses Thema alle angeht, egal ob jung oder alt.

Kritische Auseinandersetzung

Ich möchte zunächst den wunderbaren Schreibstil von Susanna Ernst hervorheben. Das Lesen habe ich wirklich genossen, es war kein bisschen langweilig und obwohl es nicht gerade ein spannender Thriller ist, wollte ich durchgehend wissen, was als nächstes passiert. Sie schreibt sehr klar und ohne Umschweife, es gibt nicht zu wenig und nicht zu viele Beschreibungen und vor allem werden die Gefühle der beiden Protagonisten sehr gut transportiert. Ich konnte absolut nachvollziehen, wie die beiden sich fühlen, ich glaube aber, dass jemand der selbst schon Erfahrung mit Mobbing hat, dass Ganze grundsätzlich nochmal aus einer ganz anderen Perspektive sieht und fühlt.

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Die Geschichte ist einfach eine ganz Besondere und ich finde es sehr wichtig, dass man über Mobbing so früh wie möglich beginnt, aufzuklären Das passiert leider in unserer heutigen Zeit viel zu oft und wird auch schon von ganz jungen Menschen praktiziert. Ich spreche da aus eigener Erfahrung, da ich mit Kindern arbeite kann ich nur sagen, dass sogar in der Grundschule oft schon damit begonnen wird. Seien es die Klamotten, die nicht gut genug sind oder auch ganz andere völlig belanglose Dinge, für die niemand so fertig gemacht werden sollte. In „Was vor dir noch keiner sah“ wird man einfach mit der Nase drauf gestoßen, wie schlimm sich jemand fühlt, der gemobbt wird und was für völlig (entschuldigt) bescheuerte Gründe Menschen glauben zu haben, die rechtfertigen, dass sie mit einem anderen Menschen so umgehen. Es gibt dafür keinen Grund. Niemand hat das verdient. NIEMAND.

Besonders dadurch, dass man Marie so gut kennen lernen kann (jedes Kapitel ist immer abwechselnd aus der Sicht von Marie oder von Leo geschrieben), spürt man, dass für das Verhalten von Menschen immer auch Gründe vorhanden sind, die man erst mal kennen und verstehen sollte, bevor man sich anmaßt über jemanden zu urteilen. Denn Maries Geschichte ist sehr traurig und es ist kein Wunder, dass sie schon ein wenig reifer und in sich gekehrter ist, als ihre Mitschüler, da sie eben einfach auch schon schlimme Dinge erleben musste, die sie geprägt haben.

Ich finde es toll, dass Susanna Ernst so ein schönes Buch über so ein schlimmes Thema geschrieben hat und so viel dabei rüber kommt. Ich finde, jeder sollte dieses Buch mal lesen, denn jeder kann daraus noch was lernen. Wir alle lästern mal oder urteilen über jemand anderen (ich will mich da auch nicht rausnehmen, auch ich tue das durchaus), doch hier lernen wir, was das unter Umständen ausrichten kann (auch wenn man Lästern nicht unbedingt mit Mobbing direkt vergleichen kann, ich denke aber, dass es schon eine Form davon ist).

Fazit

Ich kann dieses Buch uneingeschränkt jedem empfehlen. Wenn ihr gerade nicht wisst, was ihr lesen sollt, lest dieses Buch. Wenn ihr noch Platz auf der Wunschliste habt, setzt dieses Buch auf die Liste. Lest es.

 

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5 Kommentare zu „Was vor dir noch keiner sah

  1. Das Buch hört sich wirklich sehr interessant an und das obwohl es nicht unbedingt mein Genre ist. Ich finde auch, dass Mobbing ein sehr ernstes Thema ist, was leider viel zu wenig thematisiert wird (spreche da leider auch aus eigener Erfahrung).

    Tolle Rezension und du hast mich wirklich neugierig auf dieses Buch gemacht.

    LG

    Gefällt 1 Person

    1. Ich lese dieses Genre auch eher selten, aber dieses Buch hat mich wirklich überzeugt. Ich spreche leider auch aus eigener Erfahrung, kann dich da also verstehen. Umso wichtiger ist es, dass wir so früh wie möglich mit Präventionsmaßnahmen beginnen und ich denke, dass da durchaus auch ein Buch bei helfen kann. Wenn man selbst Erfahrung damit hat, ist dieses Buch glaube ich, sogar noch besser nachzuvollziehen.
      LG Tamy

      Gefällt 1 Person

      1. Präventionsmaßnahmen sind bei diesem Thema wirklich sehr wichtig, vorallem weil viele einfach nicht wissen bzw. verstehen was schon alles Mobbing sein kann und wie sich das Opfer dabei fühlt. Gut geschriebene Bücher sind dabei sicher ein tolles Mittel um die Folgen von Mobbing zu verdeutlichen.

        LG

        Gefällt 1 Person

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