Rezension zu „Schau mir in die Augen, Audrey“ von Sophie Kinsella ODER Auch psychische Krankheiten SIND Krankheiten!

51NQC81OiuL__SX326_BO1,204,203,200_Auf dieses Buch hatte ich mich ja ebenfalls sehr gefreut und ich muss sagen, ich bin nicht enttäuscht worden. Auch wenn es ja eigentlich eher ein Jugendbuch ist, kann ich es wirklich nur zu gern weiterempfehlen, warum, erfahrt ihr später.

Schau mir in die Augen, Audrey

Sophie Kinsella

cbj-Verlag (20. Juli 2015)

384 Seiten

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Klappentext

Audrey ist Mitglied einer ziemlich durchgeknallten Familie: Ihr Bruder ist ein Computernerd, ihre Mutter eine hysterische Gesundheitsfanatikerin und ihr Vater ein charmanter, ein bisschen schluffiger Teddybär. Doch damit nicht genug – Audrey schleppt noch ein weiteres Päckchen mit sich herum: Nämlich ihre Sonnenbrille, hinter der sie sich wegen einer Angststörung versteckt. Bloß niemandem in die Augen schauen! Als sie eines Tages auf Anraten ihrer Therapeutin beginnt, einen Dokumentarfilm über ihre verrückte Familie zu drehen, gerät ihr immer häufiger der gar nicht so unansehnliche Freund ihres großen Bruders vor die Linse – Linus. Und langsam bahnt sich etwas an, was viel mehr ist, als der Beginn einer wunderbaren Freundschaft …

Cover

Auf dem Cover sieht man links ein Mädchen mit Sonnenbrille, das vermutlich Audrey darstellen soll, da sie genau wie Audrey eine Sonnenbrille trägt, rechts sieht man ein Haus und einen Garten, was vermutlich das Haus der Familie von Audrey sein soll. Ich finde, dass das Cover total schön zur Geschichte passt und auch sehr ansprechend aussieht. Es ist ja eigentlich einen Jugendbuch und ich kann mir schon vorstellen, dass junge Mädchen dieses Cover gut finden.

Worum geht es?

Vorsicht! Auch hier können Spoiler enthalten sein, zwar nur sehr kleine, aber wer sich ganz überraschen lassen will, liest bitte erst ab „Kritische Auseinandersetzung“ weiter!

Audrey ist ein Mädchen, wie alle anderen. Grundsätzlich. Sie ist hübsch, groß, schlank. Sie trägt immer eine Sonnenbrille. Doch warum? Denn genau das ist es, was Audrey von allen Anderen unterscheidet.

Audrey geht nicht mehr zur Schule und wird im Sommer auf eine neue Schule wechseln, denn sie hatte Probleme mit ein paar grausamen Mädchen. Und die sind auch der Grund, für die Sonnenbrille. Denn Audrey kann aufgrund von Depressionen und Angstattacken keinem mehr in die Augen sehen. Außer ihrem kleinen Bruder Felix.

Sie erschreckt sich bei vielen Dingen und verlässt so gut wie nie das Haus. Doch Audrey hat sehr viel Unterstützung. Ihre Mutter ist sehr liebevoll und verständnisvoll ihr gegenüber, auch wenn sie ein wenig exzentrisch und Daily-Mail-süchtig ist. Ihr Vater ist ebenfalls sehr liebevoll und ruhig, er hat nicht allzu viel zu sagen, seine Frau hat definitiv die „Hosen an“, das scheint ihm aber auch ganz recht zu sein. Dann wäre da noch Audreys großer Bruder Felix. Er ist laut seiner Mutter computerspielsüchtig, was vielleicht auch nicht ganz so weit hergeholt ist, plant aber in diesem Bereich auch seine Karriere. Und dann wäre da noch Felix, Audreys kleiner Bruder. Er ist das Nesthäkchen der Familie und bringt eigentlich jeden zum Lachen.

Wegen ihrer Therapie soll Audrey ein Video ihrer Familie drehen und das macht ihr auch sehr viel Spaß, bis ihr eines Tages jemand vor die Linse läuft – Linus. Franks Kumpel. Und Linus scheint nicht immer nur zum Zocken vorbei zu kommen, denn er möchte auch mehr über Audrey wissen und geht sehr behutsam mit ihr um.

Doch wird Audrey es schaffen, ihre Ängste zu bewältigen und die Sonnenbrille abzunehmen?

Kritische Auseinandersetzung

„Schau mir in die Augen, Audrey“ ist das erste Jugendbuch von Sophie Kinsella und ich denke, wie bei so vielen anderen ihrer Werke, hat sie richtig gute Arbeit geleistet. Die Charakteren sind alle so liebevoll dargestellt und ich hatte sie von Anfang ins Herz geschlossen.

Durch die Erzählweise hat man das Gefühl, ein Teil der Familie zu sein und ich denke, dass jeder, egal in welchem Alter, der dieses Buch liest, jemanden seiner Familie darin wiedererkennen kann. Also ich schon, aber ich werde das natürlich jetzt nicht verraten 😀 .

Toll finde ich auch das Thema, das Kinsella gewählt hat. Depressionen und Panikattacken. Ich glaube, dass diese Themen eigentlich immer mehr in den Vordergrund rücken, aber viele sich nicht trauen oder aus irgendwelchen anderen Gründen diese Themen nicht aufgreifen. Ich persönlich kenne sehr viele Menschen, die genau unter diesen Krankheiten leiden und ja es sind Krankheiten, es hat nichts mit Anstellen oder faul sein zu tun! Mir ist das sehr wichtig, denn auch Krankheiten, die man nicht sehen kann, sind trotzdem Krankheiten. Wie ich schon erwähnte, leiden viele aus meinem Umfeld daran und einige aus meinem früheren Umfeld waren dem gegenüber sehr intolerant. Ihr dürft raten, warum sie nun nicht mehr zu meinem Umfeld gehören. Ich finde es sehr wichtig, dass die Leute auch für solche Themen sensibilisiert werden, und mit einem Jugendbuch setzt Kinsella schon sehr früh an, Toleranz dafür zu entwickeln. Schön ist auch, dass es nicht nur um den „kranken“ Menschen geht, sondern auch gezeigt wird, wie die anderen der Familie auf diese Krankheit reagieren und wie sie auch ihr Leben verändert. Gemeinsam kann man aber auch das schaffen.

Gut finde ich ebenfalls, dass gezeigt wird, dass man nicht immer nur selbst für psychische Krankheiten verantwortlich ist, sondern das andere auch einen Teil dazu beitragen, mit ihrem Verhalten. Hier komme ich auch schon zu meinem einzigen Kritikpunkt: Die große Frage, was Audrey denn nun passiert ist, bleibt offen. Das finde ich einerseits irgendwie gut und interessant, da ihr ja so Alles passiert sein könnte und der Leser seine eigene Erfahrung und Fantasie mit einbringen kann. Andererseits würde ich, neugierig wie ich nunmal bin 😀 , gerne die Antwort kennen.

Fazit

Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen. Ich kann nicht sagen, dass es wahnsinnig spannend war, aber es war lebensnah, mit Erfolgen und Misserfolgen, mit Charakteren, die einem echt vorkamen. Es war interessant zu sehen, wie Audrey mit ihrer Krankheit umgeht und welche Lösungswege sie ausprobiert und findet und auch, wie viel Hilfe sie dabei bekommt. Ich denke, dass dieses Buch in der Lage ist, Menschen, die ebenfalls darunter leiden, Mut zu machen, dass es nichts Schlimmes ist, psychisch krank zu sein und man sich Hilfe holen darf und muss, ohne sich dafür zu schämen!

Alles in allem ist „Schau mir in die Augen, Audrey“ meiner Meinung nach ein tolles Jugendbuch, aber auch für Erwachsene durchaus geeignet. Und wenn man sich Figuren, wie zum Beispiel Linus anschaut, könnte da manch ein Erwachsener noch etwas von lernen.

Ich hoffe, es hat euch gefallen.

Bis dann,

Eure Tamy 🙂

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