Rezension zu „Um Leben und Tod“ von Michael Robotham ODER Wieso hat er das getan?

142_48281_154502_xlENDLICH liegt das Buch in meinen Händen. Das Buch, auf das ich ein Jahr gewartet habe. Ich frage mich, wie Michael Robotham immer so lange zum Schreiben brauchen kann, wo ich es dann in zwei Tagen ausgelesen habe ( 😀 ). ABER, ich bin ein kleines bisschen enttäuscht, warum, erfahrt ihr später.

Um Leben und Tod

Michael Robotham

Goldmann-Verlag (Juli 2015)

474 Seiten

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Klappentext

Audie Palmer hat zehn Jahre im Gefängnis verbracht wegen eines bewaffneten Raubüberfalls, bei dem vier Menschen starben und sieben Millionen Dollar verschwanden. Jeder glaubt, dass Audie weiß, wo das Geld ist. Deshalb wurde er nicht nur von seinen Mitinsassen bedroht, sondern auch von den Wärtern schikaniert. Und dann bricht Audie aus – nur wenige Stunden vor seiner Entlassung. Spätestens jetzt sind alle hinter ihm her, dabei will Audie nur ein Leben retten, und es ist nicht sein eigenes …

Cover

Das Cover ist, wie bei fast allen von Michael Robotham’s Bücher, hauptsächlich in schwarz und weiß gehalten, man sieht eine lange Straße und einen Mann der auf ihr läuft, scheinbar auf der Flucht. Dieses Cover passt einfach perfekt zur Geschichte des Buches und ist meiner Meinung nach wunderbar gewählt. Es hilft auch dabei, sich einge Dinge in diesem Buch besser vorstellen zu können, ohne jedoch die eigene Fantasie einzuschränken.

Worum geht es?

Dieser Teil kann kleinere Spoiler enthalten, wenn ihr euch also völlig überraschen lassen wollt, lest bitte erst ab „Kritische Auseinandersetzung“ weiter. Da das Buch das Wissen des Lesers immer weiter aufbaut, kann ich Spoiler leider nicht verhindern.

Audie Palmer sitzt im Gefängnis, 10 Jahre schon. Für einen bewaffneten Raubüberfall, bei dem vier Menschen sterben mussten und die nicht geringe Summe von sieben Millionen Dollar verschwand. Spurlos. Am nächsten Tag soll er entlassen werden, doch Audie bricht aus, um ein Leben zu retten.

Er hatte keine leichte Zeit im Gefängnis, wurde schikaniert und man hat mehr als einmal versucht, ihn zu töten. Alle schieben es darauf, dass die verschiedenen Täter wissen wollten, wo das Geld versteckt ist, doch ist das wirklich der Wahre Grund?

Nachdem Audie entkommen ist, sind alle hinter ihm her und er wird gesucht. Doch er schafft es immer wieder, nicht gefunden zu werden, auch mit einer ordentlichen Portion Glück in seinem Becken voller Pech. Auf wundersame Weise wird auch sein Knastkumpel Moss freigelassen um ihn zu suchen, wo er doch eigentlich lebenslänglich im Gefängnis bleiben muss. Ganz schnell ist klar, dass hier etwas nicht stimmt. Wer hat dazu die Macht? Und wen will Audie eigentlich retten? Eine Flucht mit vielen Hindernissen und guten wie schlechten Bekanntschaften beginnt, doch trotzdem rennt Audie geradewegs auf sein Verderben zu.

Kritische Auseinandersetzung

Naja, was soll ich sagen. Es ist von Michael Robotham und es ist einfach ein grandioses Buch. Vielleicht sogar eines seiner besten Bücher, auch wenn ich etwas enttäuscht bin, dass Joe O’Loughlin und Vincent Ruiz keine Rolle spielen und ich mich so auf die Beiden gefreut hatte. Aber ich muss zugeben, dass auch dieser Fakt das Lesen für mich so spannend gemacht hat, da ich die ganze Zeit gewartet habe, ob die beiden Männer aus Großbritannien noch auftauchen würden.

„Um Leben und Tod“ spielt diesmal in Amerika, doch auch hier ist es Robotham wunderbar gelungen, ein Bild  von Texas zu kreieren, in das man sich einfügen konnte.

Ich finde es toll, das der Leser eigentlich mit kaum Informationen auf diese Reise mit Audie losgeschickt wird und man nach und nach die Informationen sammeln und einordnen muss um daraus schlau zu werden. Die Charaktere sind liebevoll gestaltet und so kommt es, dass man mit Mördern sympathisiert. Mir hat auch sehr gut gefallen, dass nicht nur aus Audie’s Sicht geschrieben wurde, sondern auch aus Moss‘ Sicht, aus der Sicht der sehr sympathischen FBI-Agentin Furness und noch vielen weiteren Charakteren. Der Leser hat so die Möglichkeit, die Sichtweisen verschiedener Figuren kennen zu lernen und ich finde es immer wieder toll, wie so die Nähe und Sympathie zu einigen Figuren aufgebaut wird und man gleichzeitig andere unsympathisch findet. Die Figuren sind alles in allem einfach sehr menschlich dargestellt, sehr realistisch.

Der Spannungsbogen ist meiner Meinung nach von Anfang ganz weit oben und dort bleibt er auch das ganze Buch über, da es einfach die ganze Zeit spannend ist. Es gibt zwar auch viele Rückblicke, aber ich finde, sie machen die ganze Geschichte erst interessant, da man sich ein Bild von Audie macht und auch einige Dinge erst dadurch versteht.

Besonders gut hat mir persönlich auch gefallen, dass Audie nicht unverschämt viel Glück hatte und es somit nicht zu weit hergeholt war. Er hatte zwar oft Glück, aber passieren auch einige Dinge, die der Leser so mit Sicherheit nicht erwartet hätte und ganz bestimmt kein Glück sind. Die Geschichte ist einfach zu keiner Zeit vorhersehbar und auch als langsam Licht ins Dunkel dringt, passieren noch Dinge, mit denen man nicht gerechnet hat.

Fazit

Ich persönlich finde, dass man dieses Buch gelesen haben sollte. Es ist so ein toller Thriller, aber ohne übermäßig viel Blutvergießen, weil der Autor denkt, dass die Leser das wollen. DAS ist ein Thriller den Leser wollen, ein Buch, dass man von Anfang bis Ende durchlesen will, bei dem man sich nicht traut, aufzuhören aus Angst, etwas zu verpassen. Die gesamte Zeit ist man gefesselt und vertieft und fragt sich, warum Audie das nur getan hat, einen Tag vor seiner Entlassung zu fliehen. Man fühlt mit, zeitweise habe ich sogar vor Aufregung gezittert, so hat mich das Buch gepackt.

Und auch nur, weil „Um Leben und Tod“ so gut ist, bin ich gewillt, Michael Robotham zu verzeihen, Das Joe O’Loughlin und Vincent Ruiz nicht vorkommen 😀 . Nein im Ernst, dass hat mich schon etwas traurig gemacht.

Ich hoffe, euch hat die Rezension gefallen und ich konnte euch für einen meiner Lieblingsautoren und sein neues Buch begeistern 🙂 .

Bis dann,

Eure Tamy 🙂

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9 Kommentare zu „Rezension zu „Um Leben und Tod“ von Michael Robotham ODER Wieso hat er das getan?

  1. Hallo Tammy,

    ich habe das Buch auch gelesen und war auch begeistert!

    Kurz nachdem ich das Buch aber weggelegt hatte stellte sich bei mir im Kopf die Frage ein „Wieso bricht Audie eigentlich aus dem Gefängnis aus?“
    Ich bin mir nicht sicher ob ich einen elementaren Teil des Buches vergessen oder über lesen habe. Aber alles was er macht, hätte er auch machen können wenn er ein paar Stunden später aus dem Gefängnis entlassen worden wäre….
    Eigentlich erschwert sich sein Vorhaben nur durch den Ausbruch.
    Oder sehe ich das falsch??

    Ich freu mich auf deine Meinung.

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    1. Hallo Lesebär 🙂
      Ich freue mich natürlich, dass dir das Buch auch so gut gefallen hat.
      Audie bricht meiner Meinung nach aus, weil er ja weiß, dass er für ein Verbrechen sitzt, das er nicht begangen hat. Vielleicht kann er sich denken, dass die Leute, die eigentlich schuld an der ganzen Sache haben, ihn nicht einfach so frei rum laufen lassen werden. Er könnte also Angst gehabt haben, noch vor dem Gefängnis abgefangen zu werden. Und wenn man mal ehrlich ist, ist der Gedanke ja gar nicht so abwegig. Das ist zumindest so meine Idee dazu. Zumal er ja auch den Jungen retten will, vielleicht befürchtet er, dass sie ihn sonst benutzen um Audie zu irgendetwas zu zwingen. Hast du noch eine andere Vermutung?
      LG Tamy

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  2. Hey Tamy,

    das war auch der einzige Punkt den ich plausibel fand.
    Auf der anderen Seite haben sich der Cop und der Staatsanwalt (war doch ein Staatsanwalt, oder??) auch bemüht ihn im Knast von unzähligen Leuten umbringen zu lassen. Die Idee, ihn einfach länger (für immer) eingesperrt zu lassen wurde von denen garnicht beachtet. (Auf jeden Fall wurde nicht explizit drüber gesprochen.)

    Bei mir kam bei dem Klappentext einfach die Idee auf, dass er ausbrechen muss weil er zwingend zu diesem Zeitpunkt irgendwo sein muss / irgendwas machen muss.

    Für mich wurde diese Frage einfach nicht astrein beantwortet.
    Trotzdem ein super Buch 🙂
    Gruß

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    1. Ja doch ich glaube auch, dass der Staatsanwalt da irgendwie mit drin hing, aber müsste ich jetzt ganz ehrlich gesagt nachschauen. Aber ich gebe dir recht, beantwortet wurde es meiner Meinung nach nicht, dass war halt nur so eine Idee. Aber es ist ein Wahnsinnsbuch 😀
      Im Januar kommt auch wieder ein neues zur Reihe um Joe O’Loughlin, „Der Schlafmacher“. Da freue ich mich auch schon sehr drauf 🙂
      LG

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  3. Aus der Reihe habe ich bisher noch nichts gelesen, aber wenn es nur ansatzweise so gut ist wie „Um Leben und Tod“ werde ich es auf jeden Fall lesen .

    Gruß, und bis zur nächsten Roman Diskussion 🙂

    Gruß

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